Geld ins Ausland überweisen: SEPA, SWIFT und Fremdwährung im Vergleich
13. Juli 2026 · Lesezeit ca. 12 Min. · Redaktion: RenditeRadar
SEPA-Überweisungen in der EU sind meist kostenlos, Fremdwährungs- und SWIFT-Überweisungen dagegen oft teurer als gedacht. Wie die Wechselkurs-Marge Kosten versteckt und worauf es bei IBAN, BIC und Referenznummer ankommt.
Wer einer Vermieterin in Spanien die Miete überweist, Familie in der Türkei unterstützt oder eine Rechnung an einen freiberuflichen Kunden in den USA begleicht, stellt schnell fest: Eine Auslandsüberweisung ist nicht gleich Auslandsüberweisung. Innerhalb der EU landet das Geld oft kostenlos und innerhalb von Sekunden bis maximal einem Tag beim Empfänger. Sobald eine fremde Währung oder ein Land außerhalb des SEPA-Raums im Spiel ist, können dagegen mehrere Gebührenposten und ein versteckter Wechselkursaufschlag zusammenkommen, der oft teurer ist als jede offen ausgewiesene Gebühr.
Dieser Artikel ist bewusst auf Banküberweisungen ins Ausland fokussiert – also das klassische Geld-schicken per IBAN, zum Beispiel für Miete, Familienunterstützung, Ersparnisse oder Honorare. Es geht nicht um das Bezahlen mit Karte im Urlaub oder im Ausland lebende Kartennutzung mit Fremdwährungsgebühren – dafür gibt es unseren separaten Ratgeber Kreditkarte ohne Auslandsgebühren. Auch die generelle Funktionsweise eines Girokontos als Basis für Überweisungen haben wir bereits im Girokonto-Ratgeber beschrieben. Hier geht es ausschließlich um Überweisungen: was innerhalb der EU/EWR kostenlos ist, was bei Fremdwährungen und Nicht-SEPA-Ländern an Kosten entsteht, und worauf man bei der Empfängerangabe achten muss.
Das Wichtigste in Kürze
- SEPA-Überweisungen innerhalb der 36 Teilnehmerländer in Euro sind laut EU-Verordnung genauso teuer wie eine Inlandsüberweisung – bei den meisten Banken faktisch kostenlos.
- Seit dem 9. Januar 2025 müssen Zahlungsdienstleister im Euroraum SEPA-Echtzeitüberweisungen (SEPA Instant) empfangen können, seit dem 9. Oktober 2025 auch aktiv senden – zu einem Preis, der die normale Überweisung nicht übersteigen darf.
- Bei Nicht-SEPA-Überweisungen (SWIFT) außerhalb des SEPA-Raums oder in Fremdwährung fallen typischerweise mehrere Gebühren an: die eigene Bank, oft eine oder mehrere Korrespondenzbanken unterwegs, teils die Empfängerbank.
- Der größte, oft unsichtbare Kostenfaktor ist nicht die ausgewiesene Gebühr, sondern die Wechselkurs-Marge: Der von der Bank angebotene Kurs liegt häufig spürbar über dem tatsächlichen Interbanken- bzw. Mittelkurs.
- Spezialisierte Auslandsüberweisungs-Dienste arbeiten meist mit dem Mittelkurs (oder sehr nah daran) plus einer transparenten, oft niedrigeren Gebühr – das macht sie bei Fremdwährungstransfers in der Regel günstiger als klassische Filialbanken, ist aber im Einzelfall zu prüfen.
- Bei der Empfänger-IBAN zählen Ländercode, Prüfziffer, ggf. BIC und eine korrekte Verwendungszweck-/Referenzangabe – Tippfehler können zu Verzögerungen oder Rücküberweisungsgebühren führen.
SEPA-Überweisung: der Standardfall innerhalb Europas
SEPA steht für Single Euro Payments Area, den einheitlichen Euro-Zahlungsraum. Ihm gehören 2026 insgesamt 36 Länder an: alle 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz, Andorra, Monaco, San Marino, der Vatikan und das Vereinigte Königreich (das auch nach dem Brexit SEPA-Teilnehmer geblieben ist).
Innerhalb des SEPA-Raums gilt für Euro-Überweisungen die EU-Verordnung (EU) 2021/1230 über grenzüberschreitende Zahlungen: Sie verpflichtet Zahlungsdienstleister dazu, für eine grenzüberschreitende Euro-Überweisung innerhalb der EU dieselben Entgelte zu verlangen wie für eine entsprechende Inlandsüberweisung im eigenen Land. Überweist man also von einem deutschen Girokonto 500 Euro an ein Konto in Portugal, darf die Bank dafür nicht mehr berechnen als für eine Überweisung innerhalb Deutschlands – bei den meisten Banken heißt das: kostenlos.
Wichtig für die Praxis:
- Es muss sich um eine Euro-Überweisung handeln (Länder mit eigener Währung wie Schweden oder Polen können nationale Zusatzregeln haben, sofern sie die Verordnung nicht auf ihre Landeswährung ausgeweitet haben).
- Eine korrekte IBAN genügt für die Ausführung; ein BIC ist innerhalb SEPA in aller Regel nicht mehr erforderlich.
- Die klassische SEPA-Überweisung ist mit einer Ausführungsfrist von maximal einem Bankarbeitstag reguliert, kommt in der Praxis oft noch am selben oder nächsten Tag an.
SEPA Instant: Überweisung in Echtzeit
Neben der "normalen" SEPA-Überweisung gibt es die SEPA-Echtzeitüberweisung (SEPA Instant Credit Transfer), bei der das Geld innerhalb von Sekunden beim Empfänger ist – 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, auch an Wochenenden und Feiertagen. Bislang war das ein optionales Zusatzangebot einzelner Banken, oft gegen eine kleine Extragebühr.
Das ändert sich durch die EU-Verordnung über Sofortüberweisungen in Euro (Instant Payments Regulation, EU 2024/886), die am 8. April 2024 in Kraft getreten ist. Sie verpflichtet Zahlungsdienstleister im Euroraum stufenweise dazu, SEPA-Echtzeitüberweisungen anzubieten:
- Seit 9. Januar 2025 müssen Banken im Euroraum eingehende SEPA-Echtzeitüberweisungen empfangen können.
- Seit 9. Oktober 2025 müssen sie Echtzeitüberweisungen auch aktiv senden können.
- Die Kosten für eine Echtzeitüberweisung dürfen die Kosten einer normalen SEPA-Überweisung beim selben Anbieter nicht übersteigen.
Für Nicht-Euro-Länder innerhalb der EU gelten gestaffelt spätere Fristen. Wer ins Ausland überweist, sollte in den eigenen Bankunterlagen bzw. dem Preisverzeichnis prüfen, ob und zu welchem Preis SEPA Instant bereits angeboten wird – die Umstellung erfolgt bankweise, nicht an einem einzelnen Stichtag für alle Institute gleichzeitig.
Nicht-SEPA- und Fremdwährungsüberweisungen: SWIFT
Sobald das Zielkonto außerhalb des SEPA-Raums liegt (etwa USA, Kanada, die meisten asiatischen und afrikanischen Länder) oder die Überweisung nicht in Euro, sondern in einer Fremdwährung erfolgen soll, greift in der Regel das internationale SWIFT-Verfahren statt SEPA. SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) ist kein Zahlungssystem im engeren Sinn, sondern ein weltweites Nachrichtennetzwerk, über das Banken sich Zahlungsanweisungen mitteilen – die eigentliche Geldbewegung läuft über sogenannte Korrespondenzbanken.
Warum SWIFT-Überweisungen mehr kosten und länger dauern
Anders als bei SEPA, wo Sender- und Empfängerbank meist direkt verbunden sind, braucht eine SWIFT-Überweisung oft eine Kette aus ein bis drei zwischengeschalteten Korrespondenzbanken, bis das Geld die Zielbank erreicht. Jede dieser Banken kann eine eigene Bearbeitungsgebühr abziehen – typischerweise ein zweistelliger Euro-Betrag pro Station. Dadurch:
- dauert eine SWIFT-Überweisung häufig zwei bis fünf Werktage, in entlegene Länder oder bei exotischen Währungen auch länger;
- ist am Ende oft nicht klar vorhersehbar, wie viel beim Empfänger tatsächlich ankommt, wenn unterwegs Gebühren abgezogen werden;
- braucht man neben der IBAN in der Regel auch den BIC/SWIFT-Code der Empfängerbank.
Die drei Gebührenoptionen: OUR, SHA, BEN
Bei einer SWIFT-Überweisung lässt sich festlegen, wer die Bankgebühren trägt. Das ist bei der Überweisung als Code anzugeben:
- OUR: Die auftraggebende Person trägt sämtliche Kosten, inklusive der Gebühren der Korrespondenz- und Empfängerbank. Der Empfänger erhält den vollen Betrag, die eigene Bank berechnet dafür aber meist einen deutlich höheren Vorabbetrag, da sie die Gebühren der beteiligten Banken abschätzen und vorstrecken muss.
- SHA (Shared): Die Kosten werden geteilt – die sendende Person zahlt die Gebühr der eigenen Bank, die empfangende Person trägt die Gebühren, die unterwegs oder bei der Empfängerbank anfallen. Das ist die in Europa gebräuchlichste Standardeinstellung.
- BEN (Beneficiary): Die empfangende Person trägt alle Kosten; sie werden direkt vom überwiesenen Betrag abgezogen, sodass ein geringerer Betrag ankommt als überwiesen wurde.
Wichtig: Bei einer vereinbarten Zahlung (z. B. Miete oder Rechnung) sollte vorab geklärt werden, welche Gebührenoption gilt – sonst kann es passieren, dass beim Empfänger überraschend weniger ankommt als erwartet.
Der eigentliche Kostentreiber: die Wechselkurs-Marge
Die auffälligste, aber oft nicht die teuerste Kostenkomponente ist die ausgewiesene Überweisungsgebühr. Der größere Kostenblock steckt meist im Wechselkurs selbst.
Was ist der Mittelkurs (Mid-Market Rate)?
Der Mittelkurs – auch Interbanken- oder Referenzkurs genannt – ist der Kurs, zu dem Banken und große Finanzinstitute untereinander Währungen handeln, ohne Gewinnspanne. Er ist der Kurs, den man z. B. bei einer neutralen Kursanzeige im Internet sieht, und dient als Referenzpunkt, um zu beurteilen, wie teuer ein angebotener Umrechnungskurs tatsächlich ist.
Banken und Zahlungsdienstleister bieten Privatkunden für den Währungsumtausch praktisch nie exakt den Mittelkurs an. Stattdessen schlagen sie eine Marge (Spread) auf – die Differenz zwischen dem Kurs, den der Kunde bekommt, und dem tatsächlichen Mittelkurs. Diese Marge wird nicht als separate Position ausgewiesen, sondern ist im Kurs selbst "versteckt". Wie hoch sie ausfällt, unterscheidet sich stark je nach Anbieter, Währungspaar und Kundensegment – Privatkunden erhalten in der Regel eine größere Marge als Firmen- oder Großkunden.
Warum das mehr kostet, als es aussieht
Weil die Marge im Kurs selbst steckt statt als offene Gebühr auf der Rechnung zu erscheinen, wird sie von vielen Kundinnen und Kunden schlicht übersehen. Eine Überweisung, die mit "0 € Gebühr" beworben wird, kann trotzdem mehrere Prozent teurer sein als eine Alternative mit einer kleinen, offen ausgewiesenen Gebühr, aber einem Kurs nahe am Mittelkurs.
Rechenbeispiel: Wie eine Kursmarge die Kosten in die Höhe treibt
Angenommen, jemand überweist 3.000 Euro an eine Vermieterin in Großbritannien, das Konto lautet auf britische Pfund. Der aktuelle Mittelkurs liegt bei angenommen 1 EUR = 0,8600 GBP. Zum reinen Mittelkurs würden beim Empfänger also 2.580 GBP ankommen.
Variante A – klassische Filialbank, "kostenlose" Überweisung, aber Kursmarge von rund 3 %: Die Bank bietet einen Kurs von 1 EUR = 0,8342 GBP an (0,8600 × 0,97). Beim Empfänger kommen 3.000 × 0,8342 = 2.502,60 GBP an. Die Bank wirbt mit "keine Überweisungsgebühr" – dennoch fehlen gegenüber dem Mittelkurs umgerechnet rund 77,40 GBP bzw. knapp 90 Euro, die faktisch als Kosten in der Kursmarge verschwunden sind.
Variante B – spezialisierter Überweisungsdienst mit transparentem Kurs nahe am Mittelkurs plus offener Gebühr: Kurs 1 EUR = 0,8580 GBP (Marge ca. 0,2 %), dazu eine offen ausgewiesene Gebühr von 8 Euro. Überwiesen werden effektiv 2.992 Euro zum Kurs von 0,8580, also 2.992 × 0,8580 = 2.567,14 GBP.
Im Vergleich kommen bei Variante B rund 64,54 GBP mehr beim Empfänger an als bei der vermeintlich "kostenlosen" Variante A – obwohl Variante B eine offen ausgewiesene Gebühr enthält. Das Beispiel rechnet mit angenommenen, aber realistischen Größenordnungen für die Kursmarge klassischer Banken (grob ein- bis niedriger einstelliger Prozentbereich, in Einzelfällen auch mehr); die tatsächliche Marge hängt vom jeweiligen Anbieter, Zeitpunkt und Währungspaar ab und sollte vor jeder größeren Überweisung individuell verglichen werden – etwa, indem man den angebotenen Kurs mit einem aktuellen, unabhängigen Referenzkurs vergleicht.
Fremdwährungskonten
Wer regelmäßig in einer bestimmten Fremdwährung zahlt oder empfängt – etwa als Freelancer mit Kunden in den USA oder bei wiederkehrenden Zahlungen ins nicht-europäische Ausland –, kann über ein Fremdwährungskonto nachdenken. Dabei wird ein Guthaben direkt in der Fremdwährung gehalten, ohne bei jeder einzelnen Transaktion umzurechnen. Das kann sinnvoll sein, um:
- Wechselkursschwankungen bei mehreren kleineren Zahlungen zu vermeiden und den Umtausch zu bündeln;
- eingehende Fremdwährungsbeträge (z. B. Honorare) erst dann in Euro umzutauschen, wenn der Kurs günstig erscheint, statt automatisch bei Zahlungseingang;
- Gebühren für wiederholte Kleinumrechnungen zu sparen.
Fremdwährungskonten werden sowohl von klassischen Banken (oft mit Kontoführungsgebühr) als auch von spezialisierten Fintech-Anbietern angeboten, die mehrere Währungen in einer App verwalten. Wichtig ist auch hier: Der Umtausch in oder aus der Fremdwährung unterliegt derselben Logik aus Gebühr plus Kursmarge wie eine einzelne Überweisung – ein Fremdwährungskonto verschiebt den Umtauschzeitpunkt, es hebt die Kursmarge nicht grundsätzlich auf.
Spezialisierte Auslandsüberweisungs-Dienste
Neben klassischen Banken hat sich in den letzten Jahren eine Kategorie spezialisierter Online-Anbieter für Auslandsüberweisungen etabliert. Ihr Geschäftsmodell unterscheidet sich in der Regel in zwei Punkten von klassischen Filialbanken:
1. Transparente, meist niedrige Gebühr: Statt "kostenlos plus versteckter Kursmarge" wird eine offen ausgewiesene, oft prozentuale oder gestaffelte Gebühr berechnet. 2. Kurs nahe am Mittelkurs: Viele dieser Anbieter kalkulieren ihren Wechselkurs deutlich näher am tatsächlichen Interbankenkurs als klassische Banken, statt eine große Marge im Kurs zu verstecken.
Dazu zählen unter anderem spezialisierte Geldtransfer-Fintechs (unter anderem Anbieter mit eigenem Multi-Währungskonto und App-basierten internationalen Überweisungen) sowie klassische Neobanken mit integrierter Auslandsüberweisungsfunktion. Diese Anbieter sind für viele Fremdwährungs- und Nicht-SEPA-Überweisungen im Ergebnis häufig günstiger als eine klassische Filialbank – das ist aber keine Garantie im Einzelfall: Gebührenmodelle, angebotene Kurse und abgedeckte Länder/Währungen unterscheiden sich, und auch bei spezialisierten Diensten lohnt sich ein Blick auf die konkret angezeigte Gesamtsumme vor Bestätigung der Überweisung. RenditeRadar empfiehlt keinen einzelnen Anbieter als generell "besten" Dienst – welcher Weg günstiger ist, hängt von Betrag, Zielland, Währung und Dringlichkeit der jeweiligen Überweisung ab.
Vergleichstabelle: SEPA vs. SWIFT/Fremdwährung vs. spezialisierter Dienst
| SEPA-Überweisung (Euro, SEPA-Raum) | SWIFT/Fremdwährung über klassische Bank | Spezialisierter Überweisungsdienst | |
|---|---|---|---|
| Kosten | In der Regel kostenlos (gesetzlich wie Inlandsüberweisung bepreist) | Oft "kostenlos" beworben, aber Kursmarge häufig im ein- bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich, zusätzlich mögliche Korrespondenzbank-Gebühren | Meist offen ausgewiesene, niedrige Gebühr; Kursmarge in der Regel deutlich geringer als bei klassischen Banken |
| Dauer | Innerhalb von Sekunden (SEPA Instant, soweit angeboten) bis maximal 1 Bankarbeitstag | Häufig 2–5 Werktage, je nach Land/Korrespondenzbanken auch länger | Meist innerhalb von Stunden bis 1–2 Werktagen, abhängig von Zielland und Zahlungsweg |
| Wechselkurs | Entfällt (Euro-zu-Euro) | Meist deutlich über dem Mittelkurs, Marge selten transparent ausgewiesen | Meist nahe am Mittelkurs, Kurs vor Bestätigung einsehbar |
| Benötigte Angaben | IBAN (BIC i. d. R. nicht nötig) | IBAN oder Kontonummer, meist BIC/SWIFT-Code, teils zusätzliche Bankleitzahlen des Ziellands | IBAN/Kontonummer des Ziellands, teils zusätzliche Angaben je nach Land |
*Hinweis: Konkrete Gebührenhöhen und Kurse unterscheiden sich je nach Anbieter, Zeitpunkt und Währungspaar erheblich und sollten vor jeder Überweisung im Einzelfall verglichen werden.*
Checkliste: Worauf bei der Empfänger-IBAN achten
- Ländercode prüfen: Die ersten zwei Buchstaben der IBAN müssen zum tatsächlichen Land des Empfängerkontos passen (z. B. "ES" für Spanien, "GB" für Großbritannien – Großbritannien nutzt allerdings meist Kontonummer plus Sort Code statt IBAN, siehe unten).
- IBAN vollständig und ohne Leerzeichen-Fehler übertragen – am besten per Copy-Paste aus einer vertrauenswürdigen Quelle statt manuell abzutippen.
- Prüfziffer wird automatisch validiert: Die meisten Online-Banking-Systeme prüfen die IBAN-Prüfsumme vor dem Absenden und schlagen bei einem Tippfehler Alarm – das ersetzt aber keine inhaltliche Prüfung, ob es wirklich das richtige Konto ist.
- BIC/SWIFT-Code bei Nicht-SEPA-Ländern: Außerhalb von SEPA wird meist zusätzlich der BIC der Empfängerbank benötigt; bei manchen Ländern (z. B. USA, Großbritannien) sind stattdessen Routing-Nummer/Sort Code plus lokale Kontonummer üblich statt einer IBAN.
- Name exakt wie beim Empfängerkonto hinterlegt angeben – Abweichungen können bei manchen Banken zu Verzögerungen oder Rückfragen führen.
- Verwendungszweck/Referenznummer nicht vergessen: Gerade bei Mietzahlungen, Rechnungen oder Behördenzahlungen erwartet der Empfänger oft eine bestimmte Referenznummer (z. B. Rechnungsnummer, Mietvertragsnummer) – ohne sie kann eine Zahlung beim Empfänger nicht zugeordnet werden.
- Gebührenoption (OUR/SHA/BEN) bei SWIFT-Überweisungen vorab klären, wenn ein exakter Betrag ankommen muss.
- Kleinen Testbetrag erwägen bei erstmaligen, größeren Überweisungen an ein neues Auslandskonto, bevor die volle Summe überwiesen wird.
Häufige Fehler bei Auslandsüberweisungen
- Sich von "0 € Gebühr" blenden lassen, ohne den angebotenen Wechselkurs mit einem unabhängigen Referenzkurs zu vergleichen.
- Bei SWIFT-Überweisungen die Gebührenoption nicht festzulegen, sodass am Ende ein unerwartet geringerer Betrag beim Empfänger ankommt.
- Die IBAN oder Kontodaten ungeprüft aus einer E-Mail zu übernehmen – bei Rechnungs- oder Mietbetrug werden häufig gefälschte Kontodaten per E-Mail untergeschoben; im Zweifel Kontodaten telefonisch oder über einen zweiten Kanal verifizieren.
- Bei zeitkritischen Zahlungen (z. B. Fristen) nicht ausreichend Pufferzeit für eine SWIFT-Überweisung einzuplanen, die mehrere Werktage dauern kann.
Fazit
Für Überweisungen innerhalb des SEPA-Raums in Euro gibt es dank EU-Regulierung praktisch keinen Grund mehr, teure Wege zu wählen – sie sind gesetzlich wie Inlandsüberweisungen bepreist und werden durch die Instant-Payments-Regulierung zunehmend auch in Echtzeit abgewickelt. Schwieriger wird es bei Fremdwährungen und Nicht-SEPA-Ländern: Hier lohnt sich ein Blick nicht nur auf die ausgewiesene Gebühr, sondern vor allem auf den angebotenen Wechselkurs im Vergleich zum Mittelkurs – das ist meist der größere Kostenblock. Ein Vergleich zwischen der eigenen Bank und spezialisierten Überweisungsdiensten lohnt sich bei größeren oder wiederkehrenden Auslandsüberweisungen in der Regel finanziell.
*Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Stand: Juli 2026.*
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einer SEPA-Überweisung und einer SWIFT-Überweisung?
Eine SEPA-Überweisung läuft innerhalb der 36 SEPA-Länder in Euro und ist laut EU-Verordnung (EU) 2021/1230 genauso bepreist wie eine Inlandsüberweisung – meist kostenlos, mit IBAN und ohne BIC. Eine SWIFT-Überweisung wird für Länder außerhalb des SEPA-Raums oder für Fremdwährungen genutzt, läuft über ein internationales Bankennetzwerk mit oft mehreren Korrespondenzbanken, dauert in der Regel mehrere Werktage und benötigt meist zusätzlich einen BIC/SWIFT-Code.
Sind SEPA-Überweisungen ins EU-Ausland wirklich kostenlos?
Für Euro-Überweisungen innerhalb des SEPA-Raums schreibt die EU-Verordnung (EU) 2021/1230 vor, dass Banken keine höheren Gebühren verlangen dürfen als für eine entsprechende Inlandsüberweisung. Da Inlandsüberweisungen bei den meisten Banken kostenlos sind, gilt das in der Praxis auch für SEPA-Überweisungen ins EU-/EWR-Ausland. Einzelne Banken oder Kontomodelle können dennoch generelle Überweisungsgebühren haben – das betrifft dann aber Inlands- und SEPA-Auslandsüberweisungen gleichermaßen.
Was ist SEPA Instant und muss meine Bank es anbieten?
SEPA Instant ist eine Echtzeitüberweisung, bei der der Betrag innerhalb von Sekunden beim Empfänger ankommt, rund um die Uhr. Die EU-Verordnung (EU) 2024/886 verpflichtet Zahlungsdienstleister im Euroraum, seit dem 9. Januar 2025 Echtzeitüberweisungen empfangen und seit dem 9. Oktober 2025 auch senden zu können, zu einem Preis, der die normale SEPA-Überweisung nicht übersteigen darf. Ob eine bestimmte Bank es zu welchem Zeitpunkt bereits vollständig umgesetzt hat, lässt sich im eigenen Online-Banking oder Preisverzeichnis prüfen.
Warum ist eine 'kostenlose' Auslandsüberweisung manchmal trotzdem teuer?
Weil die Kosten oft nicht als offene Gebühr, sondern als Aufschlag auf den Wechselkurs (Wechselkurs-Marge) berechnet werden. Die Bank bietet dann einen Kurs an, der spürbar schlechter ist als der tatsächliche Mittelkurs (Interbankenkurs) – dieser Unterschied wird nirgends als separate Gebühr ausgewiesen, wirkt sich aber direkt auf den beim Empfänger ankommenden Betrag aus.
Was bedeuten die Codes OUR, SHA und BEN bei einer SWIFT-Überweisung?
Sie legen fest, wer die Bankgebühren einer SWIFT-Überweisung trägt: Bei OUR übernimmt die auftraggebende Person alle Gebühren, bei BEN trägt die empfangende Person alle Gebühren (abgezogen vom überwiesenen Betrag), bei SHA teilen sich beide Seiten die jeweils bei ihrer eigenen Bank anfallenden Kosten. SHA ist in Europa die gebräuchlichste Standardeinstellung.
Brauche ich für eine Überweisung ins Ausland immer einen BIC?
Innerhalb des SEPA-Raums genügt in aller Regel die IBAN, ein BIC ist meist nicht mehr erforderlich. Bei Überweisungen außerhalb von SEPA (SWIFT-Überweisungen) wird üblicherweise zusätzlich der BIC/SWIFT-Code der Empfängerbank benötigt; einige Länder wie die USA oder Großbritannien verwenden zudem eigene Systeme (z. B. Routing-Nummer oder Sort Code plus lokale Kontonummer) statt einer IBAN.