Finanz-Glossar
Finanz-Glossar: ETF, TER, Thesaurierung, Vorabpauschale, Einlagensicherung und mehr – die wichtigsten Begriffe rund um Geldanlage verständlich erklärt.
Grundlagen
Aktienquote
Anteil des Aktienvermögens am Gesamtportfolio – der wichtigste Hebel für Rendite und Risiko.
Anlagehorizont
Der geplante Zeitraum, über den Geld investiert bleibt – je länger, desto besser lassen sich Schwankungen aussitzen.
Anleihe
Verzinstes Wertpapier, mit dem sich Staaten oder Unternehmen Geld leihen – gilt als schwankungsärmer als Aktien.
Asset Allocation
Die Aufteilung des Vermögens auf Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Tagesgeld.
Cost-Average-Effekt
Durchschnittskosteneffekt beim regelmäßigen Sparen: mehr Anteile bei niedrigen, weniger bei hohen Kursen.
Diversifikation
Streuung des Geldes über viele Anlagen, um das Risiko einzelner Ausfälle zu senken.
Einmalanlage
Anlage eines größeren Betrags auf einmal – im Gegensatz zum ratierlichen Sparplan.
Geldmarkt
Markt für sehr kurzfristige, schwankungsarme Anlagen – Geldmarkt-ETFs orientieren sich am kurzfristigen Zinssatz.
Inflation
Allgemeiner Anstieg der Preise, der die Kaufkraft des Geldes mindert.
Notgroschen
Finanzielle Reserve von drei bis sechs Monatsausgaben für unerwartete Ausgaben.
Realzins
Zins nach Abzug der Inflation – zeigt den echten Kaufkraftgewinn deiner Anlage.
Rebalancing
Wiederherstellen der ursprünglichen Gewichtung eines Portfolios aus mehreren Anlagen.
Rendite
Der Ertrag einer Geldanlage, meist als Prozentsatz pro Jahr angegeben.
Risiko
Bei der Geldanlage die Schwankung und Unsicherheit künftiger Erträge – höhere Renditechancen gehen meist mit höherem Risiko einher.
Sparplan
Automatischer Kauf eines festen Betrags in regelmäßigen Abständen – etwa monatlich in einen ETF.
Volatilität
Maß für die Schwankungsbreite eines Kurses – ein Indikator für das Risiko einer Anlage.
Zinseszins
Effekt, bei dem bereits erzielte Erträge selbst wieder Erträge erwirtschaften.
ETF & Fonds
Ausschüttung
Auszahlung der Erträge eines Fonds – etwa Dividenden oder Zinsen – an die Anleger.
ETF
Börsengehandelter Indexfonds, der einen Index wie den MSCI World kostengünstig nachbildet.
Fondsvolumen
Das gesamte in einem Fonds investierte Kapital – ein Maß für Größe und Wirtschaftlichkeit.
FTSE All-World
Weltaktienindex inklusive Schwellenländern mit über 4.000 Titeln aus knapp 50 Ländern.
Index
Kennzahl, die die Wertentwicklung eines Marktes oder Marktsegments abbildet.
Indexfonds
Fonds, der einen Index passiv nachbildet, statt aktiv Einzelwerte auszuwählen – die meisten ETFs sind Indexfonds.
ISIN
Internationale Wertpapierkennnummer, die jedes Wertpapier weltweit eindeutig identifiziert.
MSCI ACWI
Weltindex aus Industrie- UND Schwellenländern mit rund 2.900 Unternehmen – breiter als der MSCI World.
MSCI World
Aktienindex mit rund 1.300 bis 1.400 großen Unternehmen aus etwa 23 Industrieländern.
Physische Replikation
Der ETF kauft die im Index enthaltenen Wertpapiere tatsächlich – ganz oder als repräsentative Auswahl.
Replikation
Die Methode, mit der ein ETF seinen Index nachbildet – physisch oder synthetisch.
S&P 500
US-Aktienindex der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen.
Sondervermögen
Fondsvermögen, das getrennt verwahrt wird und bei einer Pleite der Fondsgesellschaft geschützt ist.
Synthetische Replikation
Der ETF bildet den Index über ein Tauschgeschäft (Swap) mit einem Partner nach, statt die Werte direkt zu halten.
TER (Gesamtkostenquote)
Total Expense Ratio – die jährlichen laufenden Kosten eines Fonds in Prozent des Anlagebetrags.
Thesaurierung
Automatische Wiederanlage der Erträge eines Fonds statt Auszahlung an die Anleger.
Tracking Difference
Die tatsächliche Abweichung der ETF-Rendite vom Index – die ehrlichere Kostenkennzahl als die TER.
Tracking Error
Maß dafür, wie stark die Rendite eines ETF von Tag zu Tag um die Indexrendite schwankt.
Depot & Broker
Broker
Anbieter, über den du Wertpapiere kaufst und verkaufst – klassische Bank oder spezialisierter Online-Broker.
Handelsplatz
Börse oder außerbörslicher Marktplatz, über den eine Wertpapierorder ausgeführt wird.
Neobroker
App-basierter Online-Broker mit sehr günstigen oder kostenlosen Orders und schlankem Angebot.
Verrechnungskonto
Zum Depot gehörendes Geldkonto, über das Käufe, Verkäufe und Ausschüttungen abgewickelt werden.
Konten & Zinsen
Aktionszins
Zeitlich befristeter Neukundenzins auf Tagesgeld, der nach einigen Monaten auf den regulären Zins fällt.
Basiszins
Der reguläre Dauerzins eines Tagesgeldkontos nach Ablauf eines Aktionszinses.
Depot
Konto zur Verwahrung von Wertpapieren wie Aktien und ETFs.
Dispozins
Zinssatz für die Überziehung des Girokontos im eingeräumten Rahmen – oft zweistellig.
Einlagensicherung
Gesetzlicher Schutz von Bankeinlagen bis 100.000 € pro Bank und Kunde.
EZB (Europäische Zentralbank)
Zentralbank des Euroraums, die über den Leitzins die Geldpolitik steuert.
Festgeld
Geldanlage mit fester Laufzeit und garantiertem Zins.
Girokonto
Konto für den täglichen Zahlungsverkehr – Gehalt, Lastschriften, Karten und Überweisungen.
Kontoführungsgebühr
Monatliches oder jährliches Entgelt, das manche Banken für die Führung eines Girokontos verlangen.
Leitzins
Der von der EZB festgelegte Zinssatz, an dem sich Tagesgeld- und Kreditzinsen orientieren.
Ordergebühr
Gebühr, die beim Kauf oder Verkauf von Wertpapieren anfällt.
Referenzkonto
Fest hinterlegtes Girokonto, auf das Auszahlungen von einem Tages- oder Festgeldkonto gehen.
Spread
Differenz zwischen An- und Verkaufskurs eines Wertpapiers – eine versteckte Handelskostenkomponente.
Tagesgeld
Verzinste, täglich verfügbare Geldanlage ohne feste Laufzeit.
Kredit & Karten
Debitkarte
Karte, die Beträge direkt vom Girokonto abbucht – klassische EC-/Girocard oder Visa/Mastercard Debit.
Effektiver Jahreszins
Die Gesamtkosten eines Kredits pro Jahr in Prozent – die wichtigste Vergleichszahl bei Krediten.
Kredit
Von einer Bank geliehenes Geld, das mit Zinsen in Raten zurückgezahlt wird.
Kreditkarte
Zahlkarte, bei der Umsätze gesammelt und später abgerechnet werden – oft mit Zusatzleistungen fürs Ausland.
Laufzeit
Zeitraum, über den ein Kredit zurückgezahlt oder eine Anlage gebunden ist – beeinflusst Rate und Gesamtkosten.
Monatsrate
Der feste Betrag, den du beim Ratenkredit jeden Monat aus Tilgung und Zinsen zahlst.
Ratenkredit
Kredit mit fester Summe, festem Zins und gleichbleibender monatlicher Rate über die Laufzeit.
Sollzins
Der reine Zinssatz auf die Kreditsumme – ohne weitere Kosten, anders als der Effektivzins.
Umschuldung
Ablösung eines teuren Kredits (oder Dispos) durch einen neuen, günstigeren Kredit.
Steuern
Abgeltungssteuer
Pauschale Steuer von 26,375 % (inkl. Soli) auf Kapitalerträge wie Kursgewinne und Zinsen.
Freistellungsauftrag
Auftrag an die Bank, Kapitalerträge bis zum Sparerpauschbetrag steuerfrei zu stellen.
Quellensteuer
Steuer, die ein Staat direkt an der Ertragsquelle einbehält – etwa auf Dividenden aus dem Ausland.
Sparerpauschbetrag
Jährlicher Freibetrag für Kapitalerträge: 1.000 € pro Person, 2.000 € bei Zusammenveranlagung.
Teilfreistellung
Steuerbefreiung von 30 % der Erträge bei Aktien-ETFs zum Ausgleich der Vorbelastung.
Vorabpauschale
Vorgezogene Steuer auf einen fiktiven Mindestertrag thesaurierender Fonds.