Girokonto wechseln in 7 Schritten – inklusive Kontowechselservice
22. Juni 2026 · Lesezeit ca. 4 Min. · Redaktion: RenditeRadar
Girokonto wechseln leicht gemacht: Schritt-für-Schritt-Anleitung mit gesetzlichem Kontowechselservice, Checkliste für Daueraufträge und Lastschriften – ohne Stress.
Viele zahlen jahrelang Kontoführungsgebühren, obwohl es bessere Angebote gäbe – aus Sorge vor dem Aufwand. Dabei ist ein Wechsel heute deutlich einfacher als sein Ruf. Seit 2016 gibt es den gesetzlichen Kontowechselservice, der dir die meiste Arbeit abnimmt. Wenn du dein Girokonto wechseln willst, brauchst du nur etwas Struktur – und diese Anleitung.
Warum sich der Wechsel lohnt
Ein neues Konto kann bares Geld sparen: keine monatliche Grundgebühr, kostenlose Karten, faire Konditionen im Ausland. Auch der Service, die App oder das Filialnetz können den Ausschlag geben. Bevor du loslegst, lohnt ein Blick in den Girokonto-Vergleich, um das passende Konto zu finden. Worauf du bei kostenlosen Angeboten achten solltest, klärt der Beitrag Kostenloses Girokonto.
Der gesetzliche Kontowechselservice
Das Zahlungskontengesetz verpflichtet Banken, dir beim Wechsel zu helfen. Deine neue Bank holt – mit deiner Einwilligung – die nötigen Daten von der alten Bank ein, informiert Zahlungspartner über die neue IBAN und richtet Daueraufträge ein. Die alte Bank muss eingehende Zahlungen weiterleiten und dir eine Liste deiner regelmäßigen Buchungen liefern. Der Service ist kostenlos und läuft innerhalb gesetzlicher Fristen ab.
Du musst den Service aber nicht nutzen. Wer den Überblick behalten will, kann auch selbst umziehen – dann hast du jeden Schritt in der Hand.
In 7 Schritten zum neuen Konto
1. Neues Konto auswählen. Vergleiche Gebühren, Karten, Bargeldversorgung und Auslandskonditionen und eröffne dein Wunschkonto online per Video- oder PostIdent. 2. Kontowechselservice starten. Beauftrage bei der Eröffnung den gesetzlichen Service oder entscheide dich für den manuellen Umzug. 3. Regelmäßige Zahlungen erfassen. Geh deine Kontoauszüge der letzten zwölf Monate durch und notiere alle Daueraufträge und Lastschriften. 4. Zahlungspartner informieren. Teile Arbeitgeber, Vermieter, Versicherungen, Strom- und Mobilfunkanbieter sowie Abos die neue IBAN mit. 5. Daueraufträge übertragen. Richte alle wiederkehrenden Überweisungen im neuen Konto neu ein – das übernimmt der Wechselservice oft automatisch. 6. Restguthaben überweisen. Überweise das verbliebene Guthaben aufs neue Konto, sobald alle Buchungen umgezogen sind. 7. Altes Konto kündigen. Erst wenn keine Zahlungen mehr über das alte Konto laufen, kündigst du es schriftlich.
Checkliste: Daran solltest du denken
- Eingehende Zahlungen: Gehalt, Rente, Kindergeld, Erstattungen
- Lastschriften: Miete, Strom, Internet, Mobilfunk, Versicherungen, Streaming
- Daueraufträge: Sparpläne, Unterhalt, regelmäßige Überweisungen
- Hinterlegte IBAN: Online-Shops, PayPal, App-Stores, Bezahldienste
- Karten: neue Giro- und gegebenenfalls Kreditkarte aktivieren, alte vernichten
- Belege: Kontoauszüge des alten Kontos sichern, bevor du es schließt
Wichtige Fristen und Stolperfallen
Lass dem Umzug genug Zeit: Plane einen Übergangszeitraum von etwa vier bis sechs Wochen ein, in dem beide Konten parallel laufen. So fängst du vergessene Lastschriften ab. Kündige das alte Konto erst danach – und prüfe, ob ein Dispo ausgeglichen ist. Wer einen laufenden Dispokredit hat, sollte ihn vor der Kündigung zurückführen. Achte außerdem darauf, dass keine Verträge an die alte IBAN gebunden bleiben, etwa SEPA-Mandate, die du übersehen hast.
Ein häufiger Fehler: das alte Konto zu früh zu schließen. Kommt dann noch eine Erstattung oder eine vergessene Lastschrift, landet sie ins Leere. Die alte Bank leitet Zahlungen zwar eine Zeit lang weiter, doch verlassen solltest du dich darauf nicht.
Prämien und Wechselbonus mitnehmen
Banken werben um neue Kunden – und das kannst du nutzen. Viele Institute zahlen einen Wechselbonus oder eine Startprämie, wenn du ein Konto eröffnest und einen regelmäßigen Geldeingang nachweist. Solche Prämien sind ein netter Bonus, sollten aber nicht das einzige Kriterium sein: Ein dauerhaft kostenloses, gut zu deinem Alltag passendes Konto ist mehr wert als eine einmalige Prämie bei einem teuren Konto.
Prüfe deshalb immer die Bedingungen: Oft sind ein Mindestgeldeingang über mehrere Monate oder eine bestimmte Zahl an Kartentransaktionen nötig, damit die Prämie ausgezahlt wird. Rechne den Bonus gegen mögliche laufende Gebühren auf.
Nach dem Wechsel: das nicht vergessen
Ist der Umzug geschafft, bleiben ein paar Aufräumarbeiten:
- Hinterlegte Zahlungsdaten aktualisieren: bei PayPal, Amazon, App-Stores und anderen Diensten die neue IBAN eintragen.
- Steuerlich relevante Konten melden: etwa beim Finanzamt, falls Erstattungen auf das alte Konto liefen.
- Freistellungsauftrag prüfen: Hattest du beim alten Institut einen Freistellungsauftrag, richte ihn beim neuen passend ein.
- Alte Unterlagen archivieren: Kontoauszüge der letzten Jahre vor der Schließung sichern, falls du sie für Nachweise brauchst.
Wer diese Punkte abhakt, schließt den Wechsel sauber ab und vermeidet böse Überraschungen Wochen später.
Schadet häufiges Wechseln der Bonität?
Viele zögern, weil sie einen Schaden für ihren Schufa-Score befürchten. Diese Sorge ist unbegründet: Das Eröffnen oder Schließen eines Girokontos auf Guthabenbasis wirkt sich nicht negativ aus. Banken hinterlegen zwar ein Merkmal, dass ein Konto besteht, doch das ist neutral. Auch wer alle paar Jahre für bessere Konditionen wechselt, muss keine Verschlechterung befürchten. Anders sieht es nur aus, wenn du gleichzeitig viele Kredite oder Dispos beantragst – aber das hat mit dem reinen Kontowechsel nichts zu tun.
Fazit
Ein Kontowechsel ist heute keine Hürde mehr. Der gesetzliche Kontowechselservice nimmt dir das Informieren der Zahlungspartner ab, eine saubere Checkliste verhindert vergessene Buchungen. Wer strukturiert vorgeht und beide Konten kurz parallel laufen lässt, wechselt in wenigen Wochen stressfrei. Den passenden Anbieter findest du im Girokonto-Vergleich.
*Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Stand: Juni 2026.*
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Girokonto-Wechsel?
Die reine Kontoeröffnung dauert oft nur wenige Tage. Für den vollständigen Umzug aller Zahlungen solltest du vier bis sechs Wochen einplanen, in denen beide Konten parallel laufen. Erst danach kündigst du das alte Konto.
Ist der Kontowechselservice wirklich kostenlos?
Ja. Der gesetzliche Kontowechselservice nach dem Zahlungskontengesetz ist für dich kostenlos. Deine neue Bank holt die Daten der alten Bank ein und informiert Zahlungspartner über die neue IBAN. Nutzen musst du ihn aber nicht – ein manueller Umzug ist ebenso möglich.
Schadet ein Kontowechsel meiner Schufa?
Nein. Das Eröffnen oder Schließen eines Girokontos auf Guthabenbasis hat keine negative Wirkung auf deinen Schufa-Score. Banken fragen bei der Eröffnung zwar deine Bonität ab, doch ein bloßer Wechsel verschlechtert deine Bewertung nicht.
Was passiert mit einem laufenden Dispokredit?
Einen genutzten Dispo solltest du vor der Kündigung ausgleichen, da der Saldo nicht automatisch mit umzieht. Beim neuen Konto kannst du einen Dispo erneut beantragen – die Höhe hängt von deinem Einkommen und der Bonität ab.