Ratgeber

Realzins & Inflation: was dein Erspartes wirklich wert ist

Stand: Juni 2026 · Lesezeit ca. 2 Min. · Redaktion: RenditeRadar

Warum ein hoher Sparzins wenig nützt, wenn die Inflation höher ist – und wie du dein Geld vor schleichendem Kaufkraftverlust schützt.

Auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto sieht dein Guthaben stabil aus – nominal verlierst du nie. Trotzdem kann dein Geld jedes Jahr an Wert verlieren. Schuld ist die Inflation, und der entscheidende Begriff dazu heißt Realzins.

Was ist der Realzins?

Der Realzins ist der Zins, den du erhältst, abzüglich der Inflationsrate. Vereinfacht:

Realzins ≈ Nominalzins − Inflation

Ein Beispiel: Dein Tagesgeld bringt 2 % Zinsen, die Inflation liegt bei 3 %. Dann ist dein Realzins −1 %. Obwohl dein Kontostand wächst, kannst du dir am Jahresende real weniger dafür kaufen. Genau dieser schleichende Kaufkraftverlust wird oft übersehen.

Warum Inflation dein Sparbuch entwertet

Inflation bedeutet, dass die Preise steigen und dein Geld an Kaufkraft verliert. Bei 3 % Inflation pro Jahr sind 10.000 € nach zehn Jahren real nur noch rund 7.400 € wert – wenn das Geld unverzinst herumliegt. Auf dem Girokonto, das praktisch keine Zinsen bringt, ist der reale Verlust am größten.

Die aktuelle Inflationsrate für den Euroraum und die Leitzinsen der EZB findest du jederzeit in unserem Zins-Radar.

Wie schützt du dich?

Es gibt kein Patentrezept, aber bewährte Bausteine:

  • Notgroschen sicher parken: Den Teil, den du kurzfristig brauchst, hältst du trotz Realzins-Minus auf einem Tagesgeldkonto – Sicherheit geht hier vor Rendite.
  • Festgeld für planbare Beträge: Bei höheren Zinsen kann sich Festgeld lohnen, wenn du das Geld eine Weile nicht brauchst.
  • Langfristig in Sachwerte: Breit gestreute Aktien-ETFs haben langfristig historisch deutlich über der Inflation rentiert. Sie schwanken zwar, gleichen den Kaufkraftverlust über lange Zeiträume aber oft mehr als aus.

Die richtige Mischung

Für den Notgroschen und kurzfristige Ziele zählt Sicherheit – auch wenn der Realzins zeitweise negativ ist. Für langfristige Ziele wie die Altersvorsorge ist dagegen das Risiko, gar nicht investiert zu sein, oft größer als das Risiko von Kursschwankungen. Eine durchdachte Aufteilung zwischen sicheren und renditestärkeren Anlagen ist deshalb entscheidend – mehr dazu im Ratgeber Asset Allocation.

Fazit

Nicht der Zins auf dem Papier zählt, sondern was nach Abzug der Inflation übrig bleibt. Wer sein gesamtes Geld unverzinst hält, verliert real Kaufkraft. Die Lösung ist kein Entweder-oder, sondern die passende Mischung aus Sicherheit und langfristiger Rendite. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.

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