Wie viel muss ich monatlich sparen, um 1 Million zu erreichen?
22. Juni 2026 · Lesezeit ca. 4 Min. · Redaktion: RenditeRadar
Wie viel du monatlich sparen musst, um eine Million zu erreichen, hängt vor allem von Zeit und Rendite ab. Hier findest du konkrete Szenarien in Tabellen.
Eine Million Euro auf dem Konto – für viele klingt das nach einem unerreichbaren Traum. Tatsächlich ist es vor allem eine Frage von Zeit, Disziplin und der richtigen Rendite. Die gute Nachricht: Wer früh anfängt, kommt mit erstaunlich überschaubaren Monatsbeträgen ans Ziel. Wir zeigen dir in konkreten Szenarien, wie viel du monatlich zurücklegen musst – und sind dabei ehrlich zu den Annahmen.
Drei Hebel entscheiden über dein Ziel
Ob du die Million erreichst, hängt von drei Größen ab: deiner monatlichen Sparrate, der Laufzeit und der jährlichen Rendite. Die Rate kannst du direkt steuern. Die Laufzeit bestimmst du, indem du früh anfängst. Und die Rendite hängt davon ab, wie du anlegst.
Der mit Abstand wichtigste Hebel ist die Zeit. Denn über lange Zeiträume entfaltet der Zinseszins seine volle Wirkung: Deine Erträge werfen selbst wieder Erträge ab. Wer 40 statt 25 Jahre Zeit hat, muss pro Monat nur einen Bruchteil sparen, um dasselbe Ziel zu erreichen.
Szenarien: So viel musst du monatlich sparen
Die folgende Tabelle zeigt, welche monatliche Sparrate du brauchst, um eine Million Euro anzusparen – je nach Laufzeit und angenommener Rendite. Die Werte sind als Beispiel mit jährlicher Verzinsung gerechnet und auf glatte Beträge gerundet.
| Laufzeit | bei 5 % p. a. | bei 6 % p. a. | bei 7 % p. a. | bei 8 % p. a. |
|---|---|---|---|---|
| 20 Jahre | 2.520 € | 2.265 € | 2.035 € | 1.820 € |
| 25 Jahre | 1.745 € | 1.520 € | 1.320 € | 1.140 € |
| 30 Jahre | 1.255 € | 1.055 € | 880 € | 735 € |
| 35 Jahre | 925 € | 750 € | 605 € | 485 € |
| 40 Jahre | 690 € | 540 € | 420 € | 320 € |
Lies die Tabelle einmal von oben nach unten: Bei 7 Prozent Rendite brauchst du über 20 Jahre rund 2.035 Euro im Monat, über 40 Jahre nur noch etwa 420 Euro. Die längere Laufzeit reduziert deine nötige Sparrate also auf rund ein Fünftel – obwohl du am Ende dasselbe Vermögen hast.
Warum die Zeit so viel mächtiger ist als die Rate
Der Grund liegt im Zinseszins. Bei 7 Prozent Rendite und 40 Jahren Laufzeit zahlst du selbst nur rund 200.000 Euro ein – die restlichen 800.000 Euro stammen aus den Erträgen. Bei 20 Jahren Laufzeit musst du dagegen knapp 490.000 Euro selbst einzahlen, weil schlicht weniger Zeit bleibt, in der dein Geld arbeiten kann.
Die Konsequenz ist klar: Anfangen schlägt Aufschieben. Selbst eine kleine Rate, die du heute startest, ist oft mehr wert als eine große Rate in zehn Jahren. Wer früh beginnt, kann die Million mit einem realistischen Sparbetrag erreichen.
Welche Rendite ist realistisch?
Die 7- und 8-Prozent-Spalten sind kein Selbstläufer. Sie entsprechen ungefähr der historischen Bruttorendite breit gestreuter Aktien-ETF von langfristig grob 6 bis 8 Prozent pro Jahr – vor Kosten, Steuern und Inflation. In der Realität schmälern Abgeltungssteuer von 26,375 Prozent und ETF-Kosten dein Ergebnis. Mit Tagesgeld oder Festgeld nahe am Leitzins von derzeit 2,25 bis 2,40 Prozent kommst du dagegen nur mit deutlich höheren Raten ans Ziel.
Und noch ein ehrlicher Punkt: Eine Million in 40 Jahren ist nicht eine Million in heutiger Kaufkraft. Bei rund 3 Prozent Inflation pro Jahr entspricht das eher der Kaufkraft von heute rund 300.000 Euro. Das macht das Ziel nicht sinnlos, aber du solltest es im Hinterkopf behalten.
So planst du dein eigenes Szenario
Die Tabelle gibt dir Richtwerte. Deine persönliche Sparrate berechnest du am besten selbst mit dem Sparplan-Rechner: Trage dein Wunschvermögen, deine Laufzeit und eine realistische Rendite ein und du siehst sofort, welche monatliche Rate nötig ist. Wer verstehen will, woher das Wachstum kommt, nutzt zusätzlich den Zinseszins-Rechner.
Für die Umsetzung brauchst du ein günstiges Depot mit Sparplan-Funktion – ein Depotvergleich hilft dir, hohe Gebühren zu vermeiden, die deine Rendite über Jahrzehnte spürbar bremsen. Tiefer ins Thema steigst du mit unserem Ratgeber zum Sparplan ein.
Höhere Sparrate oder mehr Rendite?
Wer das Ziel schneller erreichen will, hat zwei Stellschrauben: mehr sparen oder mehr Rendite anstreben. Beide wirken, aber unterschiedlich. Eine höhere Sparrate hast du selbst in der Hand und sie wirkt sofort – sie ist der verlässlichste Hebel. Eine höhere Rendite klingt verlockend, bedeutet aber zwangsläufig mehr Risiko und Schwankung; garantieren lässt sie sich nicht.
Der vernünftige Weg führt über beides mit Augenmaß: eine Sparrate, die dauerhaft tragbar ist, kombiniert mit einer breit gestreuten Anlage und einer realistischen Renditeannahme. Wer dagegen auf zweistellige Traumrenditen schielt, um weniger sparen zu müssen, baut sein Ziel auf wackligem Fundament. Setze die Rendite in deiner Planung lieber vorsichtig an und freu dich, wenn am Ende mehr herauskommt.
Fazit
Eine Million zu sparen ist kein Hexenwerk, sondern eine Frage von Zeit und Konsequenz. Wer 40 Jahre Zeit hat, erreicht das Ziel bei realistischer Aktienrendite schon mit gut 400 Euro im Monat. Entscheidend ist, früh anzufangen und den Zinseszins für sich arbeiten zu lassen. Berechne dein persönliches Szenario mit dem Sparplan-Rechner und denk dabei an die Inflation.
*Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Stand: Juni 2026.*
Häufige Fragen
Wie viel muss ich sparen, um in 30 Jahren Millionär zu werden?
Bei einer angenommenen Rendite von 7 Prozent pro Jahr brauchst du rund 880 Euro monatlich, um in 30 Jahren eine Million zu erreichen. Bei 5 Prozent sind es etwa 1.255 Euro. Die genauen Werte hängen von deiner Rendite ab und lassen sich im Sparplan-Rechner durchspielen.
Ist die Million in 40 Jahren wirklich eine Million wert?
Nominal ja, real nein. Durch die Inflation von rund 3 Prozent pro Jahr verliert Geld an Kaufkraft. Eine Million in 40 Jahren entspricht in heutiger Kaufkraft eher rund 300.000 Euro. Das Ziel bleibt sinnvoll, du solltest die Inflation aber einplanen.
Welche Rendite sollte ich für die Planung ansetzen?
Für breit gestreute Aktien-ETF gelten langfristig grob 6 bis 8 Prozent pro Jahr vor Kosten und Steuern als historischer Richtwert. Sicherer rechnest du mit konservativen 5 bis 6 Prozent. Tagesgeld liegt mit aktuell rund 2 bis 2,5 Prozent deutlich darunter.
Was ist wichtiger – hohe Rate oder lange Laufzeit?
Über lange Zeiträume schlägt die Laufzeit fast immer die Rate, weil der Zinseszins exponentiell wirkt. Wer früh mit kleinen Beträgen anfängt, kommt oft günstiger ans Ziel als jemand, der spät mit hohen Raten startet.