Kredit für Selbstständige: Warum die Bonitätsprüfung anders läuft
11. Juli 2026 · Lesezeit ca. 12 Min. · Redaktion: RenditeRadar
Ohne Gehaltsnachweis prüfen Banken Selbstständige anders: Steuerbescheide, BWA und Cashflow statt Lohnabrechnung. So funktioniert die Bonitätsprüfung wirklich – inklusive KfW- und Bürgschaftsbanken-Alternativen.
Das Wichtigste in Kürze
- Banken bewerten einen Kredit für Selbstständige anders als einen klassischen Ratenkredit für Angestellte, weil ein Gehaltsnachweis fehlt und das Einkommen stärker schwankt.
- Statt einer Gehaltsabrechnung verlangen Banken meist Einkommensteuerbescheide der letzten zwei bis drei Jahre, eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) und oft eine Summen- und Saldenliste.
- Der SCHUFA-Score wird für Selbstständige nicht anders berechnet als für Angestellte – die Unterschiede entstehen erst durch die zusätzliche, bankinterne Risikoprüfung der Geschäftszahlen.
- Der Mikrokreditfonds Deutschland vergibt seit dem 30. Juni 2026 keine neuen Kredite mehr; als Anlaufstellen bleiben vor allem KfW-Förderkredite über die Hausbank und Bürgschaftsbanken der Länder.
- Wer weniger als zwei Jahre selbstständig ist, hat es bei klassischen Banken am schwersten – hier helfen oft nur Sicherheiten, ein Mitantragsteller oder öffentliche Förderprogramme.
- Getrennte Konten, vollständige Steuerunterlagen und ein früh aufgebauter Schufa-Verlauf verbessern die Chancen spürbar.
Wer selbstständig oder freiberuflich arbeitet und einen Kredit für Selbstständige beantragen will, merkt schnell: Banken stellen andere Fragen als bei Angestellten und verlangen andere Unterlagen. Dieser Beitrag erklärt, warum die Bonitätsprüfung bei schwankendem Einkommen anders abläuft, welche Nachweise Banken statt eines Gehaltsnachweises für einen Kredit sehen wollen und welche Finanzierungswege neben dem klassischen Ratenkredit infrage kommen.
Warum Banken bei Selbstständigen anders rechnen
Bei Angestellten reicht Banken in der Regel ein Blick auf die letzten Gehaltsabrechnungen und den Arbeitsvertrag. Das Einkommen ist vertraglich fixiert, monatlich gleich hoch und durch den gesetzlichen Kündigungsschutz vergleichsweise gut abgesichert. Für eine Bank lässt sich daraus recht zuverlässig ableiten, ob die monatliche Kreditrate über die gesamte Laufzeit tragbar bleibt.
Bei Selbstständigen und Freiberuflern fehlt dieser feste Referenzpunkt aus mehreren Gründen:
- Schwankendes Einkommen: Umsatz und Gewinn variieren oft von Monat zu Monat und von Jahr zu Jahr, je nach Auftragslage, Saisonalität oder Branchenzyklus.
- Kein automatischer Kündigungsschutz: Fällt ein Großkunde weg oder bricht ein Marktsegment ein, gibt es keine Kündigungsfrist, keine Abfindung und keine Agentur für Arbeit, die kurzfristig einspringt.
- Privates und Geschäftliches sind verflochten: Anders als beim Angestelltengehalt hängt die Fähigkeit, eine Kreditrate zu zahlen, direkt von der wirtschaftlichen Lage des eigenen Unternehmens ab – ein schlechter Geschäftsmonat trifft privat und geschäftlich gleichzeitig.
- Schwerer prognostizierbarer Cashflow: Für die Bank ist entscheidend, was nach Betriebskosten, Steuern, Vorsteuer und privaten Lebenshaltungskosten tatsächlich übrig bleibt – diese Rechnung ist bei einem Gewerbe deutlich komplexer als bei einem Festgehalt.
Aus Sicht des Risikomanagements einer Bank ist das Ausfallrisiko damit schwerer zu modellieren, nicht zwingend höher. Genau deshalb verlangen Banken zusätzliche Unterlagen, um sich ein eigenes Bild von der wirtschaftlichen Stabilität zu machen, statt sich – wie bei Angestellten – auf einen einzelnen Nachweis zu verlassen.
Welche Unterlagen Banken statt eines Gehaltsnachweises verlangen
Es gibt keine bundesweit einheitliche Checkliste – jede Bank und jeder Kreditvermittler legt eigene Schwerpunkte fest, und die Anforderungen unterscheiden sich je nach Kredithöhe, Laufzeit und Dauer der Selbstständigkeit. Trotzdem lassen sich einige wiederkehrende Muster erkennen, die in der Praxis häufig verlangt werden:
| Unterlage | Zweck aus Bankensicht |
|---|---|
| Einkommensteuerbescheide der letzten 2–3 Jahre | Nachweis eines nachhaltigen, versteuerten Einkommens über mehrere Jahre |
| Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA), meist nicht älter als 3 Monate | Aktueller Zwischenstand von Umsatz, Kosten und Ergebnis im laufenden Jahr |
| Summen- und Saldenliste | Detailnachweis zur BWA, zeigt Buchungen auf Kontenebene |
| Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) oder Jahresabschluss | Nachweis des tatsächlichen Jahresergebnisses |
| Kontoauszüge des Geschäfts- und/oder Privatkontos | Prüfung tatsächlicher Zahlungseingänge und -ausgänge |
| Steuerberater-Bescheinigung (teils optional) | Zusätzliche Plausibilisierung der eingereichten Zahlen durch Dritte |
| Businessplan mit Rentabilitätsvorschau | Bei jungen Unternehmen (meist unter 2–3 Jahren) Ersatz für fehlende Jahreshistorie |
Wichtig zu wissen: Nicht jede Bank verlangt jede dieser Unterlagen, und manche Kreditvermittler werben gezielt mit „Krediten ohne BWA" für kleinere Summen. Eine BWA allein ersetzt aber keine Steuerbescheide oder Kontoauszüge – sie liefert lediglich den aktuellen Zwischenstand, während der Steuerbescheid das amtlich veranlagte Jahresergebnis zeigt. Banken kombinieren in der Regel mehrere dieser Quellen, um sich ein möglichst vollständiges Bild zu machen.
Für Freiberufler und Kleinunternehmer mit noch keiner oder sehr kurzer Steuerhistorie verschiebt sich der Fokus zusätzlich auf eine plausible Umsatz- und Kostenplanung sowie auf vorhandene Sicherheiten, weil die üblichen zwei bis drei Steuerjahre als Nachweis schlicht noch fehlen.
SCHUFA und Bonität: Was für Selbstständige wirklich zählt
Ein verbreitetes Missverständnis ist, die SCHUFA würde Selbstständige grundsätzlich schlechter bewerten als Angestellte. Das trifft so nicht zu: Der SCHUFA-Score selbst wird für beide Gruppen nach demselben Verfahren berechnet und bildet in erster Linie das bisherige Zahlungsverhalten ab – offene Kredite, Kreditkarten, Handyverträge, Zahlungsstörungen. Seit März 2026 nutzt die SCHUFA ein neues Scoring-Modell mit einer Skala von 100 bis 999 Punkten und erstmals öffentlich einsehbaren Bewertungskriterien, das für Verbraucherinnen und Verbraucher unabhängig vom Erwerbsstatus gilt.
Der eigentliche Unterschied entsteht nicht bei der SCHUFA, sondern bei der bankinternen Bonitätsprüfung, die zusätzlich zur SCHUFA-Auskunft läuft. Während bei Angestellten oft die Kombination aus SCHUFA-Score und Gehaltsnachweis ausreicht, bewerten Banken bei Selbstständigen zusätzlich:
- die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells anhand der eingereichten Unterlagen,
- die Kontinuität der Einkünfte über mehrere Jahre statt nur einen Monatswert,
- vorhandene Sicherheiten wie Sparguthaben, Lebensversicherungen mit Rückkaufswert, Betriebsausstattung oder Immobilien, da eine Pfändung des Gehalts als Rückgriffsmöglichkeit entfällt,
- teils auch Branchenkennzahlen, mit denen sich BWA-Werte statistisch vergleichen lassen.
Ein durchschnittlicher oder sogar leicht eingetrübter SCHUFA-Score schließt einen Kredit für Selbstständige also nicht automatisch aus, wenn die Geschäftszahlen solide sind. Umgekehrt reicht ein sehr guter SCHUFA-Score allein oft nicht aus, wenn die eingereichten Unterlagen ein unklares oder stark schwankendes Bild vom Geschäft zeichnen.
Kredit für Selbstständige vs. klassischer Ratenkredit
An den grundlegenden Mechanismen eines Ratenkredits ändert die Selbstständigkeit nichts: Zinssatz, effektiver Jahreszins, Laufzeit und Monatsrate funktionieren wie bei jedem anderen Ratenkredit – die generellen Grundlagen dazu, inklusive Sondertilgung und Umschuldung, sind im Ratgeber zum Ratenkredit beschrieben. Der Unterschied liegt ausschließlich in der Prüfung im Vorfeld: mehr Unterlagen, oft eine längere Bearbeitungszeit und teils ein risikoabhängiger Zinsaufschlag, weil die Bank das Ausfallrisiko schwerer kalkulieren kann.
Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen zwei Kreditarten, die häufig vermischt werden: Ein privater Ratenkredit (zum Beispiel für ein Auto oder eine private Anschaffung) läuft über die Privatperson und wird auch als solcher geprüft – auch wenn Geschäftszahlen als Einkommensnachweis dienen. Ein gewerblicher Kredit oder Kontokorrentrahmen für das Unternehmen selbst wird dagegen als Betriebsmittel- oder Investitionskredit vergeben und unterliegt eigenen, meist noch dokumentenintensiveren Prüfkriterien. Wer beides sauber trennt – etwa über ein eigenes Geschäftskonto statt der Vermischung mit dem Privatkonto –, erleichtert Banken die Zuordnung von Zahlungsströmen und damit auch die Bonitätsprüfung selbst.
Auch die Rechtsform spielt indirekt eine Rolle: Bei einem Einzelunternehmen oder einer GbR haftest du in der Regel unbeschränkt mit deinem Privatvermögen, was Banken bei der Kreditprüfung tendenziell stärker auf deine persönliche Bonität blicken lässt als bei einer haftungsbeschränkten Rechtsform. Wie sich Einzelunternehmen und GbR im Detail unterscheiden, ist im Beitrag GbR oder Einzelunternehmen erklärt.
Alternative Finanzierungswege für Selbstständige und Gründer
Neben dem klassischen Ratenkredit einer Filial- oder Direktbank gibt es in Deutschland öffentlich geförderte oder abgesicherte Finanzierungswege, die gezielt auf die schwächere Verhandlungsposition von Selbstständigen und Gründern reagieren. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Anlaufstellen und ihren jeweiligen Charakter – konkrete Zinssätze ändern sich laufend und sollten immer direkt bei der Hausbank oder den Förderinstituten erfragt werden.
| Finanzierungsweg | Für wen | Charakter der Förderung |
|---|---|---|
| ERP-Gründerkredit – StartGeld (KfW, Produkt 067) | Gründer, Freiberufler und junge Unternehmen bis 5 Jahre nach Start, bis 200.000 Euro | KfW übernimmt einen hohen Anteil des Kreditrisikos gegenüber der Hausbank, wodurch Finanzierungen auch mit wenig eigenen Sicherheiten leichter zustande kommen |
| Bürgschaftsbanken der Länder | Existenzgründer, Betriebsübernehmer, bestehende Unternehmen und Freie Berufe ohne ausreichende Sicherheiten | Übernehmen eine Ausfallbürgschaft gegenüber der Hausbank, sodass diese trotz fehlender Sicherheiten finanziert; Beantragung meist über die Hausbank, teils auch direkt |
| Mikrokreditfonds Deutschland | Kleinstunternehmen und Gründer mit Bedarf bis 25.000 Euro | Vergab Kredite über akkreditierte Mikrofinanzinstitute; seit dem 30. Juni 2026 werden keine neuen Kredite mehr genehmigt oder ausgezahlt |
Für den ERP-Gründerkredit – StartGeld gilt: Er richtet sich ausdrücklich auch an Freiberufler und Selbstständige und wird, wie alle KfW-Förderkredite, nicht direkt bei der KfW, sondern über die eigene Hausbank beantragt (Hausbankprinzip). Die Bank reicht den Antrag weiter, trägt aber dank der Risikoübernahme durch die KfW ein deutlich geringeres eigenes Risiko – das erhöht die Bereitschaft, auch mit kurzer Selbstständigen-Historie oder wenig Sicherheiten zu finanzieren.
Bürgschaftsbanken sind ein Länder-Instrument: Jedes Bundesland hat eine eigene Bürgschaftsbank, die gegenüber der Hausbank eine Ausfallbürgschaft übernimmt, wenn Sicherheiten fehlen. Die Bandbreite reicht bis zu Bürgschaften im siebenstelligen Bereich; für kleinere Vorhaben bieten mehrere Bürgschaftsbanken inzwischen auch ein direktes Verfahren ohne den Umweg über die Hausbank an. Auch hier gilt: Die genaue Bürgschaftsquote, Gebühren und Bearbeitungsentgelte unterscheiden sich je nach Bundesland und sollten direkt bei der zuständigen Bürgschaftsbank erfragt werden.
Der Mikrokreditfonds Deutschland, über den seit 2010 rund 38.000 Kleinkredite vergeben wurden, ist zum Stichtag 30. Juni 2026 ausgelaufen – die Bundesregierung nennt verschärfte regulatorische Vorgaben und den Konsolidierungsdruck im Bundeshaushalt als Gründe. Wer aktuell einen Kleinstkredit sucht, findet also über dieses Programm keine neuen Zusagen mehr; als Ersatz kommen regionale, teils privat organisierte Mikrofinanzinstitute oder die oben genannten KfW- und Bürgschaftsbanken-Wege infrage. Prüfe den aktuellen Stand vor einer Antragstellung direkt bei den jeweiligen Institutionen, da sich Förderlandschaften kurzfristig ändern können.
So verbesserst du deine Chancen auf einen Kredit
- Kreditgeschichte früh aufbauen: Auch kleinere, planmäßig zurückgezahlte Finanzierungen (etwa ein Kleinkredit oder eine Kreditkarte mit Limit) hinterlassen einen positiven SCHUFA-Verlauf, der bei einer späteren, größeren Anfrage hilft.
- Privates und Geschäftliches konsequent trennen: Ein separates Geschäftskonto sorgt für nachvollziehbare Zahlungsströme und erleichtert es der Bank, Betriebseinnahmen von privaten Ausgaben zu unterscheiden – mehr dazu im Beitrag zum Geschäftskonto für Selbstständige.
- Unterlagen vollständig und aktuell halten: Steuerbescheide, BWA und Summen- und Saldenliste sollten griffbereit und nicht älter als nötig sein – das verkürzt die Bearbeitungszeit spürbar.
- Bei junger Selbstständigkeit realistisch bleiben: Wer weniger als zwei Jahre selbstständig ist, hat es bei klassischen Banken naturgemäß schwerer, weil die geforderte Steuerhistorie noch fehlt. Ein plausibler Businessplan, ein Mitantragsteller mit festem Einkommen oder eine Bürgschaft können diese Lücke teilweise ausgleichen.
- Sicherheiten aktiv anbieten: Wo möglich, können Sparguthaben, Lebensversicherungen mit Rückkaufswert oder Betriebsausstattung als Sicherheit angeboten werden, um das aus Bankensicht höhere wahrgenommene Risiko zu reduzieren.
- Angebote vergleichen: Konditionen für Selbstständige unterscheiden sich zwischen Banken teils deutlich stärker als bei Angestellten-Krediten – ein Kreditrechner hilft dabei, die monatliche Rate verschiedener Angebote überschlägig zu vergleichen, bevor du dich für eine Bank entscheidest.
Häufige Fehler
- Nur den Umsatz statt des Gewinns kommunizieren: Für die Bank zählt, was nach Kosten und Steuern übrig bleibt – ein hoher Umsatz bei geringer Marge überzeugt keine Kreditprüfung.
- Unvollständige oder veraltete BWA einreichen: Eine BWA, die mehrere Monate alt ist, wird von vielen Banken nicht mehr als aussagekräftig akzeptiert.
- Privatkonto und Geschäftskonto vermischen: Das erschwert es der Bank, tatsächliche Betriebseinnahmen nachzuvollziehen, und wirkt unprofessionell.
- Zu viele Kreditanfragen kurz hintereinander stellen: Mehrere echte Kreditanfragen in kurzer Zeit können sich negativ auf die SCHUFA-Bewertung auswirken; ein unverbindlicher Konditionscheck ist meist die bessere erste Wahl.
- Fördermöglichkeiten übersehen: Wer ausschließlich bei der eigenen Filialbank anfragt, verschenkt oft die Chance auf günstigere oder überhaupt erst mögliche Finanzierung über KfW-Förderkredite oder eine Bürgschaftsbank.
Häufige Fragen zu Kredite für Selbstständige
Bekommen Selbstständige generell schlechtere Kreditkonditionen als Angestellte?
Nicht automatisch. Der SCHUFA-Score wird unabhängig vom Erwerbsstatus berechnet. Konditionen hängen vor allem davon ab, wie plausibel und stabil die eingereichten Geschäftszahlen sind – nicht allein davon, ob jemand angestellt oder selbstständig ist.
Welche Unterlagen brauche ich mindestens für einen Kredit als Selbstständiger?
Am häufigsten verlangt werden Einkommensteuerbescheide der letzten zwei bis drei Jahre sowie eine aktuelle BWA. Je nach Bank kommen eine Summen- und Saldenliste, Kontoauszüge oder eine Steuerberater-Bescheinigung hinzu. Frag am besten vorab direkt bei der Bank nach der genauen Liste.
Wie lange muss ich selbstständig sein, um einen Ratenkredit zu bekommen?
Eine feste Grenze gibt es nicht, viele Banken orientieren sich aber an zwei bis drei abgeschlossenen Steuerjahren als Nachweis. Wer kürzer selbstständig ist, hat es schwerer und sollte zusätzliche Sicherheiten, einen Mitantragsteller oder Förderprogramme wie den ERP-Gründerkredit – StartGeld der KfW in Betracht ziehen.
Was ist der Unterschied zwischen einem privaten Ratenkredit und einem Betriebsmittelkredit?
Ein privater Ratenkredit läuft auf die Privatperson und finanziert meist private Anschaffungen, auch wenn das Einkommen aus der Selbstständigkeit stammt. Ein Betriebsmittelkredit finanziert dagegen das Unternehmen selbst und wird nach eigenen, meist dokumentenintensiveren Kriterien geprüft.
Gibt es den Mikrokreditfonds Deutschland noch?
Nein, seit dem 30. Juni 2026 vergibt der Mikrokreditfonds Deutschland keine neuen Kredite mehr. Wer einen Kleinstkredit sucht, sollte sich stattdessen bei regionalen Mikrofinanzinstituten, der eigenen Hausbank oder einer Bürgschaftsbank informieren.
Was macht eine Bürgschaftsbank genau?
Eine Bürgschaftsbank übernimmt gegenüber deiner Hausbank eine Ausfallbürgschaft, wenn du selbst nicht genug Sicherheiten stellen kannst. Dadurch sinkt das Risiko für die Hausbank, was eine Finanzierung auch ohne ausreichende eigene Sicherheiten ermöglichen kann. Jedes Bundesland hat eine eigene Bürgschaftsbank mit eigenen Konditionen.
Zählt der ERP-Gründerkredit – StartGeld als klassischer Ratenkredit?
Er funktioniert wie ein Ratenkredit mit fester Rate und Laufzeit, wird aber über die Hausbank beantragt und durch die KfW zu einem großen Teil abgesichert. Das unterscheidet ihn von einem regulären Bankkredit ohne Förderhintergrund und macht ihn gerade für Gründer und junge Selbstständige interessant.
Hilft ein Mitantragsteller wirklich bei der Kreditvergabe?
Ein Mitantragsteller mit festem, sicherem Einkommen kann das aus Bankensicht schwerer kalkulierbare Risiko der Selbstständigkeit ausgleichen und die Bonitätsprüfung insgesamt verbessern. Er haftet dann aber auch gemeinsam für die Rückzahlung, was vor der Entscheidung gut abgewogen werden sollte.
Fazit
Ein Kredit für Selbstständige unterscheidet sich nicht in Zins- oder Laufzeitmechanik von einem klassischen Ratenkredit, sondern in der Prüfung davor: Banken ersetzen den fehlenden Gehaltsnachweis durch Steuerbescheide, BWA und weitere Geschäftsunterlagen, weil sich schwankende Einkünfte schwerer prognostizieren lassen. Der SCHUFA-Score selbst behandelt Selbstständige nicht anders als Angestellte – die eigentliche Hürde ist die zusätzliche, bankinterne Risikoprüfung der Geschäftszahlen. Wer früh eine saubere Kreditgeschichte aufbaut, Privates und Geschäftliches trennt und bei Bedarf öffentliche Förderwege wie KfW-Kredite oder Bürgschaftsbanken einbezieht, verbessert seine Chancen deutlich – auch in den ersten, schwierigeren Jahren der Selbstständigkeit.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Finanz- oder Rechtsberatung und keine Kreditvermittlung. Konkrete Konditionen, Fördervoraussetzungen und Zinssätze erfährst du direkt bei den jeweiligen Banken und Förderinstituten. Stand: Juli 2026.
Häufige Fragen
Bekommen Selbstständige generell schlechtere Kreditkonditionen als Angestellte?
Nicht automatisch. Der SCHUFA-Score wird unabhängig vom Erwerbsstatus berechnet. Konditionen hängen vor allem davon ab, wie plausibel und stabil die eingereichten Geschäftszahlen sind – nicht allein davon, ob jemand angestellt oder selbstständig ist.
Welche Unterlagen brauche ich mindestens für einen Kredit als Selbstständiger?
Am häufigsten verlangt werden Einkommensteuerbescheide der letzten zwei bis drei Jahre sowie eine aktuelle BWA. Je nach Bank kommen eine Summen- und Saldenliste, Kontoauszüge oder eine Steuerberater-Bescheinigung hinzu. Frag am besten vorab direkt bei der Bank nach der genauen Liste.
Wie lange muss ich selbstständig sein, um einen Ratenkredit zu bekommen?
Eine feste Grenze gibt es nicht, viele Banken orientieren sich aber an zwei bis drei abgeschlossenen Steuerjahren als Nachweis. Wer kürzer selbstständig ist, hat es schwerer und sollte zusätzliche Sicherheiten, einen Mitantragsteller oder Förderprogramme wie den ERP-Gründerkredit – StartGeld der KfW in Betracht ziehen.
Was ist der Unterschied zwischen einem privaten Ratenkredit und einem Betriebsmittelkredit?
Ein privater Ratenkredit läuft auf die Privatperson und finanziert meist private Anschaffungen, auch wenn das Einkommen aus der Selbstständigkeit stammt. Ein Betriebsmittelkredit finanziert dagegen das Unternehmen selbst und wird nach eigenen, meist dokumentenintensiveren Kriterien geprüft.
Gibt es den Mikrokreditfonds Deutschland noch?
Nein, seit dem 30. Juni 2026 vergibt der Mikrokreditfonds Deutschland keine neuen Kredite mehr. Wer einen Kleinstkredit sucht, sollte sich stattdessen bei regionalen Mikrofinanzinstituten, der eigenen Hausbank oder einer Bürgschaftsbank informieren.
Was macht eine Bürgschaftsbank genau?
Eine Bürgschaftsbank übernimmt gegenüber deiner Hausbank eine Ausfallbürgschaft, wenn du selbst nicht genug Sicherheiten stellen kannst. Dadurch sinkt das Risiko für die Hausbank, was eine Finanzierung auch ohne ausreichende eigene Sicherheiten ermöglichen kann. Jedes Bundesland hat eine eigene Bürgschaftsbank mit eigenen Konditionen.
Zählt der ERP-Gründerkredit – StartGeld als klassischer Ratenkredit?
Er funktioniert wie ein Ratenkredit mit fester Rate und Laufzeit, wird aber über die Hausbank beantragt und durch die KfW zu einem großen Teil abgesichert. Das unterscheidet ihn von einem regulären Bankkredit ohne Förderhintergrund und macht ihn gerade für Gründer und junge Selbstständige interessant.
Hilft ein Mitantragsteller wirklich bei der Kreditvergabe?
Ein Mitantragsteller mit festem, sicherem Einkommen kann das aus Bankensicht schwerer kalkulierbare Risiko der Selbstständigkeit ausgleichen und die Bonitätsprüfung insgesamt verbessern. Er haftet dann aber auch gemeinsam für die Rückzahlung, was vor der Entscheidung gut abgewogen werden sollte.