Aktiv gemanagte Fonds oder ETF: Schlagen Fondsmanager wirklich den Markt?

12. Juli 2026 · Lesezeit ca. 10 Min. · Redaktion: RenditeRadar

Aktive Fonds versprechen Mehrrendite durch Fondsmanager, ETFs setzen auf niedrige Kosten. Ein Blick auf SPIVA-Daten, Kostenvergleiche und Survivorship Bias zeigt, was wirklich dahintersteckt.

Die Kernfrage: Kann ein Fondsmanager den Markt dauerhaft schlagen?

Wer sein Geld in Aktien investieren möchte, muss sich früher oder später entscheiden: den breiten Markt über einen ETF passiv nachbilden – oder einem aktiv gemanagten Fonds das Stockpicking überlassen und dafür eine deutlich höhere Gebühr zahlen? Die Werbeversprechen aktiver Fondsanbieter klingen verlockend: erfahrene Manager, gezielte Titelauswahl, Chance auf „Mehrrendite". Die Frage, die sich jede Anlegerin und jeder Anleger stellen sollte, lautet aber nüchtern: Schlägt dieses Mehr an Kosten sich tatsächlich in einer Mehr an Rendite nieder – nach Abzug aller Gebühren, über viele Jahre hinweg?

Dieser Beitrag ist eine reine Markteinordnung auf Basis verfügbarer Daten und ersetzt keine individuelle Finanz- oder Anlageberatung. Er behandelt bewusst nicht die Frage „Einzelaktien oder ETF" – dazu, also zum selbst gestalteten Stockpicking ohne Fondsmanager, gibt es den separaten Beitrag Einzelaktien oder ETF. Hier geht es ausschließlich um den Vergleich zweier professionell verwalteter Anlagevehikel: aktiver Investmentfonds versus passiver Indexfonds (ETF).

Was die SPIVA-Daten wirklich zeigen

Die aussagekräftigste und am längsten laufende unabhängige Datenreihe zu diesem Thema liefert die SPIVA-Scorecard (S&P Indices Versus Active) von S&P Dow Jones Indices, die regelmäßig auch eine Europa-Ausgabe veröffentlicht. Sie vergleicht die tatsächliche Nettorendite aktiv gemanagter Fonds mit der Rendite ihrer jeweiligen Vergleichsindizes.

Das Ergebnis ist über nahezu alle untersuchten Zeiträume und Länder bemerkenswert konsistent: Je länger der Betrachtungszeitraum, desto größer der Anteil aktiver Fonds, der die Benchmark nicht schlägt. Einige belastbare Eckwerte:

  • Laut der SPIVA-Europe-Scorecard zum Jahresende 2025 unterschritten in Deutschland rund 70 % der aktiv gemanagten Aktienfonds die Rendite des S&P Germany BMI im betrachteten Jahreszeitraum; bei global in Euro gehandelten Aktienfonds lag die Unterperformance gegenüber dem S&P World Index bei etwa 71 %.
  • In mehreren europäischen Länderkategorien (u. a. Spanien, Großbritannien, Schweden) lag die Unterperformancequote 2025 zwischen 83 % und 96 %.
  • Über zehn Jahre betrachtet fällt das Bild noch deutlicher aus: In einer früheren SPIVA-Europe-Auswertung (Stand Ende 2015) verfehlten 86,3 % der aktiven europäischen Aktienfonds über zehn Jahre ihre Benchmark. Bei deutschen Aktienfonds konnten in diesem Zehnjahreszeitraum nur 20,9 % ihren Vergleichsindex schlagen – umgekehrt also rund 79 %, die es nicht schafften.
  • S&P-Dow-Jones-Analyst Tim Edwards wird in aktuellerer Berichterstattung so zitiert, dass die Unterperformancequote „über längere Zeiträume weiter steigt" und in vielen Kategorien langfristig nur noch etwa 5 % der Fonds eine Outperformance erzielen.

Wichtiger Hinweis zur Einordnung: Die genannten Zahlen stammen aus unterschiedlichen SPIVA-Ausgaben (2015 sowie 2025) und beziehen sich teils auf unterschiedliche Fondskategorien und Zeitfenster. Ein einzelner, für „alle aktiven Fonds über alle Zeiträume" gültiger Prozentwert existiert nicht – die Datenlage ist je nach Marktsegment und Jahr unterschiedlich. Der übergreifende Befund ist aber über alle verfügbaren Ausgaben hinweg stabil: Die Mehrheit aktiver Aktienfonds unterliegt ihrer Benchmark, und dieser Anteil wächst mit der Länge des Betrachtungszeitraums.

Eine Ausnahme, die diese Regel bestätigt: Im Jahr 2024 übertrafen laut SPIVA-US-Daten rund 70 % der aktiven Small-Cap-Fonds ihren Index – allerdings zeigen Analysten, dass dies überwiegend an einer Verschiebung hin zu größeren Nebenwerten lag (einem sogenannten Style-Drift) und nicht zwingend an überlegener Titelauswahl. Solche Einzeljahre sind kein verlässliches Muster für dauerhafte Outperformance.

Der Kostenunterschied: TER, Ausgabeaufschlag & Co.

Ein wesentlicher Grund für die strukturelle Unterperformance liegt in den Kosten. Ein aktiver Fonds muss seine Gebühren erst durch überlegene Titelauswahl wieder hereinholen, bevor er für Anlegerinnen und Anleger überhaupt eine Mehrrendite gegenüber einem passiven Index erzielt.

KostenartAktiv gemanagter FondsETF
Laufende Kosten (TER) p. a.häufig 1,0 % – 2,5 % (EU-Durchschnitt für aktive Aktienfonds 2024: rund 1,28 %)häufig 0,1 % – 0,5 % (EU-Durchschnitt Aktien-ETFs 2024: rund 0,21 %)
Ausgabeaufschlag beim Kaufoft bis zu 5 % des Anlagebetrags am Bankschalter; über Fondsbörse, Fondsvermittler oder Direktbank häufig reduzierbar oder vermeidbarin der Regel keiner (stattdessen Ordergebühr/Spread wie bei Aktien)
Performancegebührbei manchen Fonds zusätzlich möglichunüblich
Transparenz der Zusammensetzungteils tagesaktuell, teils nur mit Verzögerung offengelegtin der Regel täglich vollständig einsehbar

Details zur TER und zur sogenannten Tracking Difference – also der tatsächlichen Abweichung eines ETFs von seinem Index – erklärt der Beitrag TER und Tracking Difference verstehen sowie das Glossar zur TER und das Glossar zur Tracking Difference. Einen allgemeinen Überblick über Depot- und Kostenfragen bietet ETF-Kosten verstehen; wiederkehrende Depotgebühren unabhängig vom gewählten Produkt behandelt der Beitrag Depotgebühren im Vergleich.

Wichtig zur Einordnung des Ausgabeaufschlags: Dieser wird nicht bei jedem Kaufweg in voller Höhe fällig. Über die Börse, spezialisierte Fondsvermittler oder bei manchen Direktbanken lässt sich der Ausgabeaufschlag bei vielen aktiven Fonds ganz oder teilweise vermeiden. Wer dennoch am Bankschalter zum vollen Ausgabeaufschlag kauft, startet mit einem spürbaren Renditenachteil in die Anlage.

Rechenbeispiel: Wie sich Kosten über Jahrzehnte auswirken

Kostenunterschiede von ein bis zwei Prozentpunkten pro Jahr wirken auf den ersten Blick klein. Über lange Anlagezeiträume summieren sie sich durch den Zinseszinseffekt jedoch erheblich. Das folgende Rechenbeispiel ist eine vereinfachte, illustrative Modellrechnung – keine Prognose und keine Renditegarantie:

Ausgangspunkt: eine Einmalanlage von 10.000 Euro, Anlagehorizont 25 Jahre, angenommene identische Bruttorendite des zugrunde liegenden Marktes von 7 % pro Jahr vor Kosten.

SzenarioAusgabeaufschlagLaufende Kosten p. a.Effektiv investiertNettorendite p. a.Depotwert nach 25 Jahren
Aktiv gemanagter Fonds5 % einmalig1,5 %9.500 Euro5,5 %rund 36.200 Euro
ETFkeiner0,2 %10.000 Euro6,8 %rund 51.800 Euro

Bei identischer Marktentwicklung liegt das ETF-Depot nach 25 Jahren rechnerisch um rund 15.500 Euro höher als das Depot im aktiven Fonds – ausschließlich durch den Effekt von Ausgabeaufschlag und höherer laufender Kostenquote, nicht durch eine bessere oder schlechtere Markteinschätzung des Fondsmanagers. Bezogen auf das aktive Endkapital entspricht das einem Unterschied von rund 43 %. Wählt man statt einer Einmalanlage einen monatlichen Sparplan, fällt der Ausgabeaufschlag zwar pro Rate geringer ins Gewicht, die laufende Kostendifferenz wirkt aber über die Zeit ähnlich stark.

Dieses Beispiel zeigt, warum ein aktiver Fondsmanager nicht nur den Markt treffen, sondern ihn dauerhaft um mehr als die Kostendifferenz übertreffen müsste, damit sich die höhere Gebühr für Anlegerinnen und Anleger überhaupt lohnt – genau das gelingt gemäß den SPIVA-Daten nur einer Minderheit der Fonds.

Survivorship Bias: Warum Fondsstatistiken oft besser aussehen, als sie sind

Ein häufig übersehener Effekt verzerrt viele Performance-Auswertungen zusätzlich zugunsten aktiver Fonds: der Survivorship Bias (Überlebensverzerrung). Fonds, die über Jahre hinweg schlecht abschneiden, werden von Fondsgesellschaften häufig geschlossen oder mit einem besser laufenden Fonds verschmolzen. Aus vielen historischen Datenbanken verschwinden diese Fonds dann einfach – ihre schwache Wertentwicklung fließt nicht mehr in die durchschnittliche Erfolgsbilanz „aktiver Fonds" ein.

Das Ergebnis: Wer nur die heute noch existierenden, „überlebenden" Fonds betrachtet, sieht eine geschönte durchschnittliche Wertentwicklung. Fachanalysen gehen davon aus, dass der Survivorship Bias die ausgewiesene Durchschnittsrendite aktiver Fonds je nach Segment und Zeitraum um etwa ein bis zwei Prozentpunkte pro Jahr nach oben verzerren kann. Seriöse Vergleichsstudien wie SPIVA berücksichtigen diesen Effekt explizit, indem sie auch geschlossene und fusionierte Fonds in die Ausgangsstichprobe einbeziehen – ein wichtiger Grund, warum solche methodisch sauberen Auswertungen aussagekräftiger sind als einfache Rankings „aktuell verfügbarer" Fonds auf Vergleichsportalen.

Active Share und Closet Indexing: Wenn „aktiv" draufsteht, aber „passiv" drinsteckt

Ein weiterer Aspekt, den Anlegerinnen und Anleger kennen sollten, ist das sogenannte Closet Indexing (auch „Index Hugging"): Manche Fonds werden als aktiv gemanagt vermarktet und verlangen entsprechend hohe Gebühren, bilden in der Praxis aber – bewusst oder aus Risikoscheu – ihren Vergleichsindex sehr eng nach. Für Anlegerinnen und Anleger ist das die ungünstigste denkbare Kombination: Sie zahlen den Preis für aktives Management, erhalten aber weder dessen Chance auf Mehrrendite noch die Kostenvorteile eines echten Indexfonds.

Zur Erkennung wird meist die Kennzahl Active Share herangezogen: der Anteil des Portfolios, der von der Zusammensetzung der Benchmark abweicht. Ein Active Share von rund 60 % oder mehr gilt gemeinhin als Indiz für tatsächlich aktives Management; niedrigere Werte deuten auf Closet Indexing hin. Ergänzend werden häufig ein niedriger Tracking Error und ein hohes Bestimmtheitsmaß (R²) zur Benchmark als Warnsignale gewertet. Wer einen aktiven Fonds in Erwägung zieht, kann sich – sofern verfügbar – den Active Share im Factsheet oder Verkaufsprospekt anschauen, um diese Einschätzung selbst vorzunehmen.

Die ehrliche Gegenposition: Wann aktives Management mehr Sinn ergeben kann

Bei aller Kritik an pauschalen Renditeversprechen aktiver Fonds gibt es Marktsegmente und Anlegersituationen, in denen aktives Management plausibler erscheint als in breiten, hocheffizienten Aktienmärkten wie US-Standardwerten:

  • Weniger effiziente Marktsegmente: In Märkten mit geringerer Analystenabdeckung und geringerer Liquidität – etwa bei bestimmten Nebenwerten (Small Caps), Frontier Markets oder Nischensegmenten – ist die Informationseffizienz geringer. Theoretisch bietet das qualifizierten Managern mehr Spielraum, Fehlbewertungen zu finden. Die SPIVA-Daten zeigen allerdings auch hier überwiegend Unterperformance in der Breite; Ausreißer wie das Small-Cap-Jahr 2024 lassen sich oft eher durch Stilfaktoren als durch nachhaltigen Auswahlerfolg erklären.
  • Anleihenselektion: Bei bestimmten Rentenmarktsegmenten – etwa Unternehmensanleihen mit unterschiedlicher Bonität – kann eine gezielte Bonitätsprüfung durch ein Fondsmanagement einen Mehrwert liefern, auch wenn auch hier laut SPIVA in der Mehrzahl der Anleihekategorien über 50 % der aktiven Fonds ihre Benchmark verfehlen.
  • Spezialisierte Themen- oder Nachhaltigkeitsstrategien: Wer sehr spezifische Ausschlusskriterien, thematische Schwerpunkte oder Engagement-Ansätze verfolgen möchte, die sich nicht ohne Weiteres in einem regelbasierten Index abbilden lassen, findet solche Ansätze mitunter eher bei aktiv verwalteten Fonds. Allerdings deckt inzwischen auch ein breites Angebot an spezialisierten Indizes und ETFs viele Nachhaltigkeitspräferenzen ab – ein Überblick dazu findet sich im Beitrag Nachhaltig investieren mit ETF.
  • Persistenz einzelner Manager: Vereinzelt gelingt es Fondsmanagern, über mehrere Jahre hinweg überdurchschnittlich abzuschneiden. Die SPIVA-„Persistence Scorecard" zeigt jedoch, dass selbst unter den kurzfristigen Top-Performern nur ein kleiner Teil diese Position über mehrere Folgeperioden hinweg verteidigt – vergangene Outperformance ist statistisch kein verlässlicher Indikator für künftige Outperformance.

Diese Punkte sind keine Aufforderung, aktive Fonds pauschal vorzuziehen, sondern eine differenzierte Einordnung: Die Wahrscheinlichkeit einer nachhaltigen Outperformance nach Kosten bleibt laut den verfügbaren Daten auch in diesen Segmenten überschaubar, ist aber nicht null.

Aktive Fonds, ETF oder Einzelaktien – drei unterschiedliche Fragen

Der hier behandelte Vergleich betrifft ausschließlich die Wahl zwischen zwei professionell verwalteten Anlageformen: einem aktiven Investmentfonds und einem passiven Indexfonds (ETF). Eine verwandte, aber eigenständige Frage ist, ob man überhaupt einen Fonds benötigt oder stattdessen einzelne Aktien selbst auswählt – dieses Thema behandelt der Beitrag Einzelaktien oder ETF gesondert. Grundlagenwissen rund um den ETF-Einstieg liefert ETF für Anfänger, einen Überblick über die Idee passiven Investierens der Beitrag Passiv investieren. Was einen Indexfonds technisch ausmacht, erklärt kurz und knapp das Glossar: Indexfonds.

Fazit

Die verfügbaren Daten – allen voran die SPIVA-Europe-Scorecards mehrerer Jahrgänge – zeichnen über lange Zeiträume ein konsistentes Bild: Die deutliche Mehrheit aktiv gemanagter Aktienfonds erzielt nach Kosten keine Mehrrendite gegenüber ihrer Vergleichsbenchmark, und dieser Anteil steigt mit der Länge des Betrachtungszeitraums tendenziell weiter an. Ein wesentlicher, gut belegbarer Treiber dafür ist die strukturell höhere Kostenbelastung aktiver Fonds durch TER und Ausgabeaufschlag, die sich über Jahrzehnte durch den Zinseszinseffekt deutlich bemerkbar macht. Survivorship Bias in vielen Datenbanken lässt die historische Bilanz aktiver Fonds zudem oft besser aussehen, als sie tatsächlich war. Gleichzeitig gibt es Marktnischen und individuelle Präferenzen, in denen aktives Management nachvollziehbare Argumente für sich hat – eine Garantie für Mehrrendite ist das jedoch nicht.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er ersetzt keine individuelle Beratung durch fachkundige Dritte. Genannte Zahlen und Kostenbeispiele sind historische Daten bzw. vereinfachte Modellrechnungen; die tatsächliche Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Häufige Fragen

Schlagen aktiv gemanagte Fonds den Markt tatsächlich?

Nach Kosten gelingt das laut den SPIVA-Europe-Scorecards nur einer Minderheit der aktiven Aktienfonds, und der Anteil der Fonds, die ihre Benchmark verfehlen, steigt mit der Länge des Betrachtungszeitraums. Über zehn Jahre lagen historische Auswertungen bei rund 79 % bis über 86 % Unterperformance, je nach Fondskategorie und Jahrgang der Studie.

Was ist der Hauptgrund, warum aktive Fonds oft schlechter abschneiden als ETFs?

Ein zentraler, gut belegbarer Faktor sind die höheren Kosten: aktive Aktienfonds liegen bei der laufenden Kostenquote (TER) im EU-Durchschnitt bei rund 1,28 % pro Jahr gegenüber etwa 0,21 % bei Aktien-ETFs, hinzu kommt bei vielen aktiven Fonds ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 %. Diese Kosten muss ein Fondsmanager erst durch bessere Titelauswahl wieder hereinholen.

Was ist Survivorship Bias bei Fondsstatistiken?

Damit ist gemeint, dass schwach laufende Fonds häufig geschlossen oder mit besser laufenden Fonds verschmolzen werden und dadurch aus historischen Datenbanken verschwinden. Dadurch wirkt die durchschnittliche Erfolgsbilanz aktiver Fonds in vielen einfachen Auswertungen besser, als sie tatsächlich war.

Fällt bei jedem aktiven Fonds ein Ausgabeaufschlag an?

Nicht zwingend in voller Höhe. Der Ausgabeaufschlag kann am Bankschalter bis zu 5 % betragen, lässt sich aber über die Börse, spezialisierte Fondsvermittler oder bei manchen Direktbanken bei vielen Fonds ganz oder teilweise vermeiden.

Was bedeutet Closet Indexing?

Closet Indexing bezeichnet Fonds, die als aktiv gemanagt vermarktet werden und entsprechend hohe Gebühren verlangen, ihre Benchmark in der Praxis aber sehr eng nachbilden. Anlegerinnen und Anleger zahlen dabei den Preis für aktives Management, ohne dessen potenziellen Vorteil oder die Kostenvorteile eines Indexfonds zu erhalten.

Was ist Active Share und wofür wird die Kennzahl genutzt?

Active Share misst den Anteil eines Fondsportfolios, der von der Zusammensetzung seiner Benchmark abweicht. Werte ab etwa 60 % gelten häufig als Hinweis auf tatsächlich aktives Management, niedrigere Werte können auf Closet Indexing hindeuten.

Gibt es Bereiche, in denen aktives Fondsmanagement mehr Sinn ergeben kann?

Als plausibler gelten aktive Ansätze am ehesten in weniger effizienten oder weniger liquiden Marktsegmenten, bei bestimmter Anleiheselektion oder bei sehr spezifischen thematischen beziehungsweise Nachhaltigkeitsstrategien. Auch dort zeigen SPIVA-Daten aber überwiegend Unterperformance in der Breite, sodass eine Garantie für Mehrrendite auch hier nicht besteht.

Wie stark wirken sich Kostenunterschiede über lange Anlagezeiträume aus?

In einer vereinfachten Modellrechnung mit 10.000 Euro Einmalanlage, 25 Jahren Laufzeit und 7 % Bruttorendite vor Kosten führte ein aktiver Fonds mit 5 % Ausgabeaufschlag und 1,5 % laufenden Kosten zu einem Depotwert von rund 36.200 Euro, ein ETF mit 0,2 % laufenden Kosten ohne Ausgabeaufschlag zu rund 51.800 Euro – ein rechnerischer Unterschied von rund 15.500 Euro allein durch die Kostenstruktur.

Ist dieser Beitrag eine Anlageempfehlung für ETFs oder gegen aktive Fonds?

Nein. Der Beitrag ordnet öffentlich verfügbare Studien- und Kostendaten ein und stellt keine Anlageberatung dar. Er nennt keine konkreten Fonds, Anbieter oder ISINs und ersetzt keine individuelle Beratung durch fachkundige Dritte.

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