Ratgeber
Handelsplätze für Aktien und ETFs: Xetra, gettex, Tradegate & Direkthandel erklärt
Stand: Oktober 2026 · Lesezeit ca. 22 Min. · Redaktion: RenditeRadar
Wie unterscheiden sich Börsenhandel und Direkthandel, welche Handelszeiten gelten, und wie wirken Spread, Limit und PFOF-Verbot auf die Kosten einer Order? Mit durchgerechnetem ETF-Beispiel.
*Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information. Er ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung und enthält keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine Empfehlung einzelner Anbieter. Stand: 23.10.2026. Handelszeiten, Gebühren und Aufsichtspraxis ändern sich; maßgeblich sind immer die aktuellen Angaben der Handelsplätze und deines Brokers. Prüfhinweis: Die Gesetzestexte auf gesetze-im-internet.de und die Seite des Bundesfinanzministeriums waren bei der Recherche nicht erreichbar (HTTP 503); Rechtsangaben stützen sich deshalb auf Gesetzeskommentierungen und mehrere voneinander unabhängige Fachquellen und sind entsprechend gekennzeichnet.*
Wenn du in der App „Kaufen“ tippst, wirkt das wie ein einziger Vorgang. Tatsächlich entscheidet dein Broker (oder du selbst) im Hintergrund, wo die Order ausgeführt wird: an einer klassischen Börse wie Xetra, an einer Börse mit Spezialisten wie Frankfurt oder Stuttgart oder im sogenannten Direkthandel gegen einen Market Maker wie bei gettex oder Lang & Schwarz. Der Handelsplatz bestimmt den Preis, die möglichen Uhrzeiten, die Nebenkosten und die Wahrscheinlichkeit, dass deine Limit-Order überhaupt ausgeführt wird. Dieser Ratgeber erklärt die deutsche Handelsplatz-Landschaft, ohne Anbieter zu bewerten, und rechnet am Ende durch, wie stark der Spread die Gesamtkosten eines ETF-Kaufs verändern kann.
Das Wichtigste in Kürze
- Börsenhandel und Direkthandel funktionieren verschieden. An Xetra treffen Kauf- und Verkaufsorders vieler Marktteilnehmer in einem Orderbuch aufeinander. Im Direkthandel stellt ein Market Maker fortlaufend Kauf- und Verkaufskurse und ist dein Gegenüber.
- Die Handelszeiten haben sich ausgedehnt. Nach Angabe der Deutschen Börse läuft der Handel auf Xetra montags bis freitags von 8:00 bis 22:00 Uhr, die Eröffnungsauktion beginnt um 8:55 Uhr, die Schlussauktion um 17:30 Uhr. gettex nennt 7:30 bis 23:00 Uhr für ETFs, Fonds und Anleihen, Tradegate 7:30 bis 22:00 Uhr.
- Der Spread ist ein echter Kostenblock. Er steht auf keiner Abrechnung, erhöht aber den effektiven Kaufpreis. Bei einem ETF mit weitem Spread kann er höher ausfallen als die gesamte Ordergebühr.
- Gebühr „0 €“ heißt nicht „kostenlos“. Beim Direkthandel fallen oft weder Maklercourtage noch Börsenentgelt an, bezahlt wird über den Spread.
- Das Limit schützt vor schlechten Preisen. Die Limitorder deckelt den Preis, den du maximal zahlst, bietet aber keine Ausführungsgarantie. Details zu den Orderarten findest du in unserem Ratgeber zu Orderarten beim Aktien- und ETF-Kauf.
- Best Execution ist Pflicht des Brokers. Für Privatkunden zählt nach § 82 WpHG das Gesamtentgelt aus Preis und Kosten. Ein Broker darf also nicht beliebig den Platz wählen, an dem er am meisten verdient.
- PFOF ist in Deutschland seit dem 1. Juli 2026 für inländische Kunden verboten. Die Broker haben darauf mit eigenen Handelsplätzen, Eigenhandel und neuen Gebührenmodellen reagiert.
Warum Handelsplätze für Privatanleger überhaupt relevant sind
Viele Einsteiger gehen davon aus, es gebe „die Börse“ und einen Kurs. Tatsächlich ist derselbe ETF in der Regel gleichzeitig an mehreren Plätzen handelbar, und die Kurse unterscheiden sich leicht. Das ist normal und gewollt: Handelsplätze konkurrieren um Orders. Für dich als Privatanleger entstehen daraus drei praktische Fragen:
1. Wann kann ich handeln? Davon hängt ab, ob du die Order am Abend oder vor der Arbeit aufgeben kannst. 2. Zu welchem Preis wird ausgeführt? Maßgeblich ist der Abstand zwischen Geld- und Briefkurs sowie die Tiefe des Marktes. 3. Welche Kosten fallen zusätzlich an? Das können Orderprovision des Brokers, ein Handelsplatzentgelt und Fremdkostenpauschalen sein.
Wichtig: Der Handelsplatz ist nicht die einzige Stellschraube. Die Wahl des ETF, die Kosten im Fonds und die Steuer wirken meist stärker. Wie sich diese Kosten zusammensetzen, erklärt der Ratgeber ETF-Kosten verstehen und der Beitrag TER und Tracking Difference. Hier geht es um den Teil, den du bei jeder einzelnen Order beeinflussen kannst.
Börsenhandel vs. Direkthandel: das Grundprinzip
Börsenhandel mit Orderbuch (Beispiel Xetra)
Xetra ist das vollelektronische Handelssystem der Deutschen Börse. Die Deutsche Börse beschreibt, dass Kauf- und Verkaufsorders automatisch zusammengeführt werden und ein Geschäft zustande kommt, sobald sie zueinander passen. Nach ihrer Darstellung laufen rund 90 Prozent aller Aktiengeschäfte „über den Bildschirm“, also elektronisch. Ein Hinweis zur Einordnung: Die Seite macht keine Angabe, wie hoch der Anteil am gesamten deutschen Aktienhandel über alle Plätze hinweg ist; die Zahl sollte nicht als Marktanteil von Xetra gelesen werden.
Das Prinzip: Viele Käufer und Verkäufer stellen Orders ein, der Kurs ergibt sich aus dem Zusammentreffen. Bei stark gehandelten Papieren wie Standardwerten oder großen ETFs ist das Orderbuch tief und der Abstand zwischen bestem Kauf- und bestem Verkaufspreis klein. Bei selten gehandelten Papieren kann eine Order dagegen im Orderbuch liegen bleiben, weil sich kein Gegenüber findet.
Börsen mit Spezialisten (Beispiel Börse Frankfurt)
Neben Xetra gibt es an der Börse Frankfurt den Handel mit Spezialisten. Laut Deutscher Börse stellen Spezialisten fortlaufend Kauf- und Verkaufskurse mit den jeweiligen Stückzahlen und sorgen so dafür, dass auch bei wenig gehandelten Papieren ein Preis zustande kommt. Außerdem sollen sie den Spread möglichst klein halten. Dieses Modell wird nach Angabe der Deutschen Börse für weniger liquide Aktien mit ausländischem Heimatmarkt, Anleihen und klassische Fonds eingesetzt. Seit Mai 2011 arbeiten die Spezialisten dort auf Basis privatrechtlicher Verträge mit der Deutschen Börse.
Direkthandel mit Market Maker (außerbörslich bzw. börsliches Market-Maker-Modell)
Beim Direkthandel steht kein offenes Orderbuch vieler Teilnehmer im Mittelpunkt. Ein Market Maker stellt Kauf- und Verkaufspreise und führt deine Order gegen den eigenen Bestand aus. Er verdient an der Spanne zwischen den beiden Kursen und trägt dafür das Risiko, das Papier kurzzeitig im Bestand zu halten. Das hat zwei Konsequenzen:
- Planbarkeit: Du siehst einen Preis und kannst meist sofort kaufen oder verkaufen, auch bei kleineren Papieren.
- Abhängigkeit vom Quote: Der Preis ist so gut wie die Kursstellung des Market Makers. Je ruhiger der Handel (Abend, Feiertage, kleine Papiere), desto eher kann die Spanne weiter werden.
Eine Begriffsklärung, die oft für Verwirrung sorgt: „Außerbörslich“ ist im Alltag ein Sammelbegriff. gettex ist laut eigener Pressemitteilung ein Börsenplatz der Bayerischen Börse AG und damit eine öffentlich-rechtliche Börse mit Handelsüberwachung, arbeitet aber mit dem Market-Maker-Modell. Daneben gibt es Handelsplätze, die nicht als Börse, sondern als multilaterales Handelssystem (MTF) oder als Handel gegen einen Systematischen Internalisierer organisiert sind. Welcher Typ gerade vorliegt, steht in den Ausführungsgrundsätzen deines Brokers.
Die wichtigsten Handelsplätze im Überblick
Die folgenden Angaben stammen, soweit möglich, von den Handelsplätzen selbst. Wo nur Sekundärquellen vorlagen, ist das vermerkt. Handelszeiten gelten werktags, an Feiertagen weichen sie ab.
| Handelsplatz | Modell | Handelszeit laut Quelle | Quelle / Hinweis |
|---|---|---|---|
| Xetra (Deutsche Börse) | Elektronisches Orderbuch mit Auktionen | Mo–Fr 8:00–22:00 Uhr; Eröffnungsauktion ab 8:55, Schlussauktion ab 17:30 | Deutsche Börse (live.deutsche-boerse.com), Primärquelle |
| Börse Frankfurt | Handel mit Spezialisten | Aktien, Fonds, ETPs 8:00–22:00; Anleihen 8:00–17:30 | Deutsche Börse, Primärquelle |
| gettex (Börse München) | Market Maker (Baader Bank) | 7:30–23:00 für ETFs, ETNs, ETCs, Fonds, Anleihen; Zertifikate und restliche Aktien zunächst 8:00–22:00 | gettex-Pressemitteilung 21.01.2025, Primärquelle; Ausweitung bei Aktien später angekündigt |
| Tradegate Exchange | Market-Maker-Modell | 7:30–22:00 Uhr | Website Tradegate BSX, abgerufen am 23.10.2026 |
| Lang & Schwarz Exchange | Market Maker | nach Sekundärquelle 7:30–23:00 Uhr | Nicht aus Primärquelle bestätigt |
| Börse Stuttgart | Handel mit Quotes/Anlegerschutz-Limitüberwachung | Quellen nennen 8:00–22:00 bzw. 7:30–22:00 | Widersprüchliche Sekundärquellen, bitte bei der Börse prüfen |
| Börse Berlin | früher Xontro/Equiduct | Xontro-Handel zum 1.1.2026 eingestellt | Pressemitteilung 2.12.2025 (Sekundärbericht) |
Xetra: Auktionen, fortlaufender Handel und die erweiterten Zeiten
Auf der Handelszeiten-Seite der Deutschen Börse heißt es sinngemäß, der Handel auf Xetra finde montags bis freitags von 8:00 bis 22:00 Uhr MEZ statt, die Eröffnungsauktion beginne bereits um 8:55 Uhr, die Schlussauktion um 17:30 Uhr. Das ist eine Änderung gegenüber dem früheren Bild „9:00 bis 17:30 Uhr“, das in vielen älteren Ratgebern steht.
Ein Fachbericht (stock3, 30.11.2025) beschreibt die dahinterstehende Neuordnung, die zum 1. Dezember 2025 gestartet ist (Sekundärquelle, deshalb mit Vorbehalt): Ab 7:00 Uhr läuft die Vorhandelsphase, von 8:00 bis 8:55 Uhr gibt es ein „Retail Early“-Fenster, um 8:55 Uhr beginnt eine einheitliche Eröffnungsauktion, und zwischen 9:00 und 9:04 Uhr geht es je nach Marktsegment in den fortlaufenden Handel. Nach der Schlussauktion gibt es für DAX, MDAX und SDAX eine Phase „Trade-at-Close“ zwischen 17:35 und 17:40 Uhr, danach bis 22:00 Uhr „Retail Late“. Wichtig für dich: Die in den Retail-Phasen ermittelten Kurse beeinflussen laut diesem Bericht weder die offiziellen Xetra-Eröffnungs- und Schlusskurse noch Tageshoch und Tagestief. Und: Orders, die vor dem Start aufgegeben wurden, gelten laut Bericht für alle Phasen von 8:00 bis 22:00 Uhr, wer das nicht möchte, muss „nur Haupthandel“ wählen.
Was das praktisch bedeutet: Außerhalb der klassischen Kernzeit gibt es weniger Marktteilnehmer, und es handeln in den Retail-Phasen nur bestimmte zugelassene Teilnehmer. Das kann zu weiteren Spreads führen. Ob dein Broker diese Phasen anbindet und wie er sie nutzt, ist brokerabhängig.
Börse Frankfurt: Spezialistenmodell
Die Deutsche Börse nennt für die Börse Frankfurt 8:00 bis 22:00 Uhr für Aktien, Fonds und ETPs, für Anleihen 8:00 bis 17:30 Uhr. Für Aktien mit tagesaktueller Preisfeststellung gibt es Auktionen zwischen 11:00 und 13:00 Uhr, an bestimmten Feiertagen endet der Handel mit Aktien und ETPs bereits um 20:00 Uhr. Für die meisten Privatanleger ist Frankfurt vor allem bei Papieren relevant, die auf Xetra nicht liquide gehandelt werden.
gettex und die Börse München
Die Bayerische Börse AG betreibt nach eigener Darstellung die öffentlich-rechtliche Börse München mit zwei Modellen: dem Spezialistenmodell „Börse München“ und dem Market-Maker-Modell „gettex“. Auf gettex fallen laut Pressemitteilung „grundsätzlich weder Maklercourtage noch Börsenentgelt“ an. Market Maker ist die Baader Bank. Am 21. Januar 2025 wurden die Zeiten auf 7:30 bis 23:00 Uhr für alle ETFs, ETNs, ETCs, Fonds und Anleihen sowie zunächst die 1.000 meistgehandelten Aktien verlängert. Die Ausweitung auf alle damals über 8.300 Aktien war für das zweite Quartal 2025 angekündigt. Zahlen aus derselben Mitteilung: 2024 waren 72 Prozent der Aktien-Orders auf gettex ausländische Aktien, davon 46 Prozent US-Titel.
Tradegate, Berlin und weitere Plätze
Die Website von Tradegate (zuletzt unter tradegatebsx.com erreichbar) nennt „Handelszeit 7:30 bis 22:00 Uhr“. Die Börse Berlin hat laut einem Pressebericht den Handel über das System Xontro zum 1. Januar 2026 eingestellt; der Handel über Equiduct sei davon nicht betroffen. Zur Frage, wie Berlin und Tradegate heute gesellschaftsrechtlich verbunden sind, lag nur eine einzelne Quelle vor – wir treffen hier daher keine Aussage. Hamburg, Hannover und Düsseldorf spielen für ETF-Sparer in der Praxis meist eine kleinere Rolle; Zeiten und Modelle solltest du direkt beim Handelsplatz nachlesen.
Lang & Schwarz und Stuttgart
Für Lang & Schwarz (L&S Exchange) nennen Sekundärquellen 7:30 bis 23:00 Uhr werktags; eine Primärquelle konnten wir nicht auswerten. Für die Börse Stuttgart widersprechen sich die Quellen (8:00–22:00 Uhr in älteren Beiträgen, 7:30–22:00 Uhr in einer neueren Übersicht); die Börse selbst hebt die „Limit-Überwachung“ hervor, bei der Orders mit Referenzkursen anderer Märkte abgeglichen werden. Prüfe diese Zeiten bitte im Handelskalender der jeweiligen Börse.
Handelszeiten: Was du praktisch daraus ableiten kannst
Mehr Handelszeit heißt nicht automatisch bessere Preise. Zwei Faustregeln, die sich aus dem Marktmechanismus ergeben (keine Garantie):
- Die Kernzeit ist meist die liquideste Phase. Ein Ratgeber aus dem Jahr 2018 (Sekundärquelle, daher nur als Indiz) weist darauf hin, dass die Liquidität bei vielen Produkten nach dem früheren Xetra-Schluss um 17:30 Uhr spürbar nachlässt. Das entspricht der allgemeinen Marktmechanik: weniger Teilnehmer, weniger Gegenorders.
- Rand- und Abendzeiten können breitere Spreads haben. Besonders bei kleineren ETFs, ausländischen Einzelaktien oder in Phasen mit starken Kursausschlägen. Wer abends handelt, sollte sich Geld- und Briefkurs bewusst ansehen.
Für einen langfristigen ETF-Sparplan ist die Uhrzeit meist zweitrangig. Wer jedoch einmalig einen größeren Betrag investiert oder in Stressphasen handelt, sollte Uhrzeit und Spread bewusst prüfen. Für den Unterschied zwischen Einmalanlage und Sparplan siehe Sparplan oder Einmalanlage und den Ratgeber zum ETF-Sparplan.
Spread und Liquidität: die unsichtbaren Kosten
Der Spread ist der Abstand zwischen Geldkurs (hier kauft der Market Maker oder Gegenüber von dir) und Briefkurs (hier verkauft er dir). Kaufst du zum Briefkurs und verkaufst später zum Geldkurs, verlierst du bei einem unveränderten Marktpreis genau die Spanne. Gemessen am Mittelkurs zahlst du pro Seite grob den halben Spread.
Was beeinflusst die Höhe?
- Handelsvolumen und Verfügbarkeit von Gegenparteien: Große, viel gehandelte ETFs haben typischerweise enge Spreads.
- Der Spread des Fonds selbst: Bei ETFs hängt der Spread auch vom Wert der enthaltenen Wertpapiere ab. Sind die zugrunde liegenden Märkte geschlossen, kann der Market Maker den fairen Wert schlechter einschätzen und stellt breitere Kurse. Das gilt etwa für ETFs auf asiatische Märkte während der europäischen Abendzeit.
- Marktlage: In turbulenten Phasen weiten sich Spreads häufig aus.
- Handelsplatz und Wettbewerb: Mehrere Quoter können die Spanne drücken; ein einzelner Market Maker kann sie ausnutzen oder kleinhalten, abhängig von Regeln und Aufsicht.
Eine genaue Faustregel lässt sich nicht angeben; die Höhe unterscheidet sich je nach ETF, Platz und Uhrzeit. Die Kurzfassung für dich: Vergleiche vor dem Kauf Geld- und Briefkurs und rechne den Spread als Prozentwert aus.
Weil Spread und Orderkosten zusammenwirken, ist die Gesamtbetrachtung entscheidend. Ein ausführlicher Überblick findet sich unter Depotgebühren im Blick und im Ratgeber Wertpapierdepot.
Orderkosten und Fremdkostenpauschalen: grundsätzlich
Neben dem Spread gibt es offene Kosten. Welche genau anfallen, steht im Preis- und Leistungsverzeichnis des Brokers. Grundsätzlich unterscheidet man:
- Orderprovision/Courtage des Brokers: fest pro Order, prozentual oder gemischt, teils mit Mindest- und Höchstbetrag.
- Handelsplatzentgelt: Die Börse berechnet ein Entgelt, das der Broker durchreicht oder in seine Preise einrechnet. Bei gettex fällt laut Pressemitteilung grundsätzlich kein Börsenentgelt an.
- Fremdkostenpauschale: Eine vom Broker verlangte Pauschale für Kosten Dritter (z. B. Börsen- oder Abwicklungsentgelte), die je nach Broker und Handelsplatz anfallen kann oder entfällt.
- Sparplan-Ausführungsentgelt: Bei vielen Sparplänen gibt es besondere Konditionen; bei kleinen Raten kann auch eine geringe Pauschale prozentual stark ins Gewicht fallen (1 € Gebühr bei einer Rate von 25 € sind 4 Prozent).
- Zusatzentgelte: etwa für telefonische Orders, Auslandsbörsen oder Teilausführungen.
Der Unterschied zwischen Neobroker- und Filialbank-Modellen wird im Beitrag Neobroker oder Filialbank behandelt; hier reicht die Orientierung: Prüfe nie nur die Gebühr, sondern immer Gebühr plus Spread plus Platz.
Preisfeststellung: Wie kommt der Kurs zustande?
Es gibt drei Mechanismen, die du kennen solltest:
1. Auktion: Orders werden gesammelt, ein Preis wird so bestimmt, dass möglichst viel Umsatz zustande kommt. Auf Xetra gibt es Eröffnungs-, Schluss- und bei Bedarf untertägige Auktionen. 2. Fortlaufender Handel: Neue Orders werden sofort mit dem Gegenbuch abgeglichen. 3. Quote-Handel (Market Maker / Spezialist): Es werden feste Preise für festgelegte Stückzahlen gestellt; du trittst als Order gegen den Quote.
In allen Fällen gelten Preis-Zeit-Regeln und Börsenaufsicht. Eine verbindliche Darstellung der Regelwerke findest du bei der jeweiligen Börse; hier geht es um das Verständnis, nicht um die Regelwerksdetails.
Limitorder: warum das Limit der wichtigste Hebel bleibt
Die Market-Order („billigst/bestens“) wird zum nächsten verfügbaren Preis ausgeführt. Die Limitorder nennt einen Höchstpreis (Kauf) oder Mindestpreis (Verkauf). Gerade im Direkthandel mit weitem Spread kann das Limit den Unterschied machen:
- Ein Kauf-Limit unterhalb des aktuellen Briefkurses wird nur ausgeführt, wenn der Briefkurs auf dein Limit fällt oder eine passende Gegenorder entsteht. Das kann Zeit kosten, schützt aber vor dem Aufschlag.
- Ein zu enges Limit kann dazu führen, dass die Order gar nicht ausgeführt wird.
- Bei Handelsplätzen mit Limit-Überwachung (zum Beispiel erwähnt von der Börse Stuttgart) werden Limits mit Referenzmärkten abgeglichen.
Die Mechanik der Orderarten (Stop, Trailing, Gültigkeit) beschreibt unser Ratgeber Orderarten beim Aktien- und ETF-Kauf ausführlich; wir wiederholen sie hier nicht. Der Fokus hier: Wie du mit dem Limit den Handelsplatz-Effekt begrenzt.
Rechenbeispiel: Gesamtkosten eines ETF-Kaufs bei unterschiedlichem Spread
Beispielrechnung, keine Aussage über reale Kurse oder Anbieter. Alle Zahlen sind Annahmen. Du kaufst 49 Anteile eines ETFs, dessen fairer Mittelkurs 100,00 € beträgt (Ordervolumen rund 4.900 €). Wir vergleichen drei erfundene Situationen:
- A: Börsenhandel in der Kernzeit mit engem Spread (Geld 99,98 / Brief 100,02), Gesamtgebühr 5,90 € (Annahme: Orderprovision plus Fremdkostenpauschale).
- B: Direkthandel tagsüber mit Spread 99,97 / 100,03 und 1,00 € Gebühr.
- C: Direkthandel zu einer ruhigen Abendzeit mit Spread 99,85 / 100,15 und 1,00 € Gebühr.
Der implizite Spread-Kostenanteil entspricht Stückzahl mal (Briefkurs minus Mittelkurs). Die Rechnung wurde mit Python geprüft.
| Szenario | Spread (absolut / relativ) | Zahlbetrag Aktien | Spread-Kosten | Gebühr | Gesamtkosten | in % vom Volumen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| A: Börse, Kernzeit | 0,04 € / 0,04 % | 4.900,98 € | 0,98 € | 5,90 € | 6,88 € | 0,14 % |
| B: Direkthandel tagsüber | 0,06 € / 0,06 % | 4.901,47 € | 1,47 € | 1,00 € | 2,47 € | 0,05 % |
| C: Direkthandel abends | 0,30 € / 0,30 % | 4.907,35 € | 7,35 € | 1,00 € | 8,35 € | 0,17 % |
Was das Beispiel zeigt:
- Die niedrigere Gebühr gewinnt nur, wenn der Spread mitspielt. In Szenario B ist die Summe niedrig, in C wird der Vorteil durch den weiten Spread mehr als aufgezehrt: C kostet 8,35 € und damit mehr als A mit 6,88 €.
- Spread wirkt zweimal. Verkaufst du später ebenfalls bei einem Spread wie in C, kommt etwa derselbe Betrag noch einmal hinzu. Über Kauf und Verkauf wären es bei C grob 14,70 € Spread-Kosten (2 × 7,35 €) plus Gebühren.
- Das Limit ist ein Gegenmittel. Hättest du in C ein Kauf-Limit bei 100,05 € gesetzt und wäre die Order dazu ausgeführt worden, lägen die Spread-Kosten bei 49 × 0,05 € = 2,45 € statt 7,35 € – eine Ersparnis von 4,90 €. Ob sie ausgeführt wird, ist nicht garantiert; eine nicht ausgeführte Order kostet nichts, bedeutet aber, dass du nicht investiert bist.
Zum Vergleich mit den laufenden Kosten: Bei einem ETF mit 0,20 % Gesamtkostenquote (Annahme) fallen auf 4.900 € jährlich 9,80 € an. Ein einmaliger Spreadunterschied von einigen Euro ist also nicht dramatisch, summiert sich aber bei vielen Einzelorders. Weitere Rechenhilfen bietet die Seite Rechner, ETFs vergleichst du im ETF-Vergleich.
Best Execution: Was dein Broker dir schuldet
Die Pflicht zur bestmöglichen Ausführung ist in § 82 WpHG verankert (Umsetzung von Art. 27 MiFID II). Nach der Auswertung des Gesetzestexts (Prüfhinweis: Primärquelle zum Zeitpunkt nicht erreichbar, Wiedergabe nach einer Gesetzesdarstellung) gilt:
- Abs. 1: Wertpapierdienstleister müssen „alle hinreichenden Vorkehrungen“ treffen, um für Kunden das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, und Ausführungsgrundsätze regelmäßig überprüfen.
- Abs. 2: Zu berücksichtigen sind Preis, Kosten, Geschwindigkeit, Ausführungswahrscheinlichkeit, Abwicklung sowie Umfang und Art des Auftrags.
- Abs. 3: Bei Privatkunden richtet sich das bestmögliche Ergebnis nach dem Gesamtentgelt, also dem Preis des Finanzinstruments plus allen mit der Ausführung verbundenen Kosten. Dazu zählen Platzgebühren, Clearing- und Abwicklungskosten und Zahlungen an beteiligte Dritte; bei mehreren konkurrierenden Plätzen auch die eigenen Provisionen des Dienstleisters.
Konsequenzen für dich:
- Du hast ein Recht auf transparente Ausführungsgrundsätze. Sie stehen meist in den Vertragsunterlagen oder auf der Website deines Brokers.
- Eine ausdrückliche Weisung geht vor. Wählst du den Handelsplatz selbst, führt der Broker in der Regel nach deiner Weisung aus; die Pflicht zur Best Execution bezieht sich dann nur auf den Teil, den du nicht vorgibst. Bitte prüfe die Details in den Bedingungen deines Brokers.
- Qualitätsberichte: Banken veröffentlichen Berichte zur Ausführungsqualität, darin lässt sich teils nachlesen, wie sie Preis, Kosten und weitere Faktoren gewichten. Beispielsweise beschreiben Institute Zwei-Stufen-Verfahren, bei denen zuerst Preis und Fremdkosten und danach eigene Entgelte berücksichtigt werden.
PFOF-Verbot und MiFIR-Änderungen: der aktuelle Stand
Dieser Abschnitt ergänzt unsere Bestandsartikel PFOF-Verbot ab 1. Juli 2026 und BaFin zieht Grenzen. Wir haben den Stand erneut geprüft.
Rechtsgrundlage. Payment for Order Flow (PFOF) bezeichnet Zahlungen oder Vorteile, die ein Broker von Dritten für die Weiterleitung oder Ausführung von Kundenorders erhält. Art. 39a der überarbeiteten MiFIR (Verordnung (EU) 2024/791, in Kraft seit 28. März 2024) verbietet das. Deutschland hat die Übergangsregel des Art. 39a Abs. 2 MiFIR bis zum 30. Juni 2026 genutzt; seit dem 1. Juli 2026 gilt das Verbot auch für deutsche Firmen gegenüber inländischen Kunden. Die Pressemitteilung des Bundesfinanzministeriums vom 21. März 2024 war zum Zeitpunkt der Recherche nicht abrufbar; die Angaben stützen sich auf mehrere Fachquellen (Kanzleimitteilungen, Presse).
BaFin-Aufsichtsmitteilung vom 22. Juli 2026. Nach einer Zusammenfassung in einer Kanzlei-Veröffentlichung (hlc.com, Sekundärquelle, Originaltext der BaFin nicht ausgewertet) erwartet die BaFin, dass Firmen ihre Geschäftsmodelle bei Bedarf anpassen und Umgehungen unterlassen, und sie nennt die ESMA-Q&As vom 3. März 2026 als Maßstab. Zulässig sei grundsätzlich der Handel für eigene Rechnung, wenn das Geschäft wirtschaftlich keine Drittzahlung enthält; Best-Execution-Regeln blieben dabei zu beachten. Als Umgehung gelten laut dieser Darstellung unter anderem Zahlungen von Market Makern auf Verrechnungskonten, mit denen der Broker seine Entgelte um denselben Betrag senkt, zwischengeschaltete Broker und ungewöhnlich hohe Entgelte konzerneigener Handelsplätze. Die Ausnahme für Rabatte aus öffentlich zugänglichen Gebührenverzeichnissen der Handelsplätze sei eng auszulegen; negative Gebühren seien nicht zulässig. Andere Quellen berichten, die Mitteilung solle drei Jahre als Leitlinie dienen und Bonifizierungsmodelle seien aufsichtlich kritisch zu sehen – das ist aus unserer Sicht noch nicht abschließend bestätigt.
Auswirkungen auf Handelsplätze und Preise.
- Die klassische Konstruktion „Handelsplatz zahlt dem Broker pro weitergeleiteter Order“ ist für inländische Kunden nicht mehr zulässig. Broker können jedoch weiter an Eigenhandel, Zinsen, Abos oder eigene Handelssysteme verdienen.
- Mehrere Broker haben eigene Handelsplätze oder neue Ordertypen eingeführt (Details siehe Bestandsartikel). Für dich bedeutet das: Der Platz, an dem deine Order landet, kann je nach Ordertyp und Broker verschieden sein, und die Ausführungsgrundsätze sind wichtiger als früher.
- Ein pauschaler Preisschock ist nach unseren Quellen nicht eingetreten, aber einzelne Broker haben Konditionen verändert. Prüfe die aktuellen Preisverzeichnisse; eine Übersicht zu einzelnen Gebührenänderungen findest du im Beitrag zu den Neobroker-Gebühren im Herbst 2026.
- Die Frage, ob ein Handelsplatz-Rabatt, ein „Bonus“ oder ein eigener Spread zulässig ist, entscheidet im Zweifel die Aufsicht im Einzelfall. Ob konkrete Modelle zulässig sind, können wir von hier aus nicht bewerten.
Typische Fehler und Risiken
- Market-Order bei weitem Spread: Besonders abends oder bei kleinen Papieren kann die Ausführung deutlich teurer ausfallen als erwartet. Mit Limit begrenzt du das.
- Nur auf die Ordergebühr schauen: Die Gebühr ist sichtbar, der Spread nicht. Rechne beides zusammen.
- Zu enges Limit setzen: Die Order wird nicht ausgeführt, du verpasst gegebenenfalls eine Bewegung. Das ist das Gegenstück zum Spreadrisiko.
- Den Handelsplatz nie prüfen: Viele Broker wählen automatisch. Ein Blick in die Ausführungsgrundsätze zeigt, nach welchen Kriterien.
- Handel in Ausnahmesituationen: Bei starken Kursausschlägen, Feiertagen mit verkürzten Zeiten oder kurz nach Börseneröffnung sind Spreads oft weiter.
- Verwechslung von Referenzkurs und Ausführungskurs: Der Kurs in der App kann ein anderer Platz sein als der, an dem deine Order läuft.
- Handelszeiten falsch einschätzen: Zeiten wurden zuletzt mehrfach verlängert; ältere Ratgeber nennen noch 9:00 bis 17:30 Uhr.
- Depotwechsel ohne Kostenvergleich: Wer wegen einer Gebührenänderung wechselt, sollte auch Spread, Sparplan-Konditionen und Steuer-Themen bedenken; zum Ablauf siehe Depotübertrag.
- Sicherheit ausblenden: Handelsplatz und Verwahrung sind getrennte Themen; zur Sicherheit deines Depots siehe Ist mein Depot sicher.
Checkliste: Worauf du vor einer Order achten kannst
1. Welcher Handelsplatz ist voreingestellt, und kann ich ihn ändern? 2. Wie hoch sind Geld- und Briefkurs, und wie groß ist der Spread in Prozent? 3. Welche Gebühren fallen an (Provision, Entgelte, Fremdkosten)? 4. Ist mein Limit realistisch gesetzt, und wie lange ist die Order gültig? 5. Ist gerade Kernzeit, oder handele ich in einer ruhigeren Randphase? 6. Stimmt das Ordervolumen im Verhältnis zur Gebühr? 7. Habe ich die Ausführungsgrundsätze meines Brokers gelesen?
Wenn du noch kein Depot hast, hilft dir die Schritt-für-Schritt-Anleitung Depot eröffnen. Begriffe wie Spread oder Market Maker findest du im Glossar, Depot-Anbieter in der Übersicht der Vergleiche.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Börsenhandel und Direkthandel?
Beim Börsenhandel an Xetra treffen die Orders vieler Marktteilnehmer in einem Orderbuch aufeinander. Im Direkthandel stellt ein Market Maker die Kurse und ist dein Gegenüber. Direkthandel bietet oft lange Zeiten und niedrige Gebühren, der Preis hängt aber von der Kursstellung des Market Makers ab.
Wann kann ich ETFs in Deutschland handeln?
Nach Angabe der Deutschen Börse läuft der Xetra-Handel montags bis freitags von 8:00 bis 22:00 Uhr, gettex nennt 7:30 bis 23:00 Uhr für ETFs und Tradegate 7:30 bis 22:00 Uhr. An Feiertagen und bei einzelnen Produkten gelten abweichende Zeiten, die du im jeweiligen Handelskalender prüfen solltest.
Was ist der Spread und warum ist er wichtig?
Der Spread ist die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs. Beim Kauf zahlst du den Briefkurs, beim Verkauf bekommst du den Geldkurs. Bei unverändertem Markt verlierst du die Spanne und damit eine Kostenposition, die nirgends als Gebühr ausgewiesen wird.
Ist Handeln ohne Ordergebühr wirklich kostenlos?
Nicht unbedingt. Gebührenfrei heißt nur, dass keine ausgewiesene Provision berechnet wird. Der Market Maker verdient an der Spanne, und der Broker kann an Zinsen, Abos oder eigenen Systemen verdienen. Entscheidend ist die Summe aus Gebühr und Spread.
Warum sollte ich ein Limit setzen?
Ein Limit begrenzt den Preis, den du maximal zahlst oder mindestens erhältst. Bei weitem Spread oder in ruhigen Marktphasen schützt es vor einer teuren Ausführung. Dafür gibt es keine Garantie, dass die Order ausgeführt wird.
Was bedeutet Best Execution?
Best Execution bezeichnet die Pflicht des Brokers, Kundenorders bestmöglich auszuführen. Bei Privatkunden zählt nach § 82 WpHG das Gesamtentgelt aus Preis und Kosten. Die Details stehen in den Ausführungsgrundsätzen des Brokers.
Was hat das PFOF-Verbot für meine Order geändert?
Seit dem 1. Juli 2026 dürfen deutsche Broker für inländische Kunden keine Zahlungen Dritter mehr für die Weiterleitung von Orders annehmen. Das Ausführungsmodell kann sich dadurch je nach Broker unterscheiden, etwa durch eigene Handelsplätze oder neue Ordertypen. Informiere dich in den aktuellen Konditionen deines Brokers.
Welche Quellen sind für Handelszeiten verlässlich?
Am verlässlichsten sind die Handelskalender und Regelwerke der Handelsplätze selbst. Ratgeber und Foren sind oft veraltet, weil Zeiten zuletzt mehrfach verlängert wurden. Auch dieser Artikel gibt nur den Stand der genannten Quellen wieder.
Fazit
Der Handelsplatz ist kein Detail für Profis, sondern Teil der Kostenrechnung jeder Order. Xetra und Frankfurt bieten ein Orderbuch bzw. Spezialisten, gettex, Tradegate und L&S arbeiten mit Market Makern, und die Zeiten haben sich in den vergangenen Monaten deutlich ausgedehnt. Für den Preis zählt das Zusammenspiel aus Spread, Gebühr und Ausführung: Eine niedrige Gebühr ist wenig wert, wenn der Spread weit ist, und ein enger Spread hilft nicht, wenn eine hohe Pauschale pro Order anfällt. Das Limit bleibt dein wichtigstes Werkzeug, die Ausführungsgrundsätze deines Brokers sind die wichtigste Informationsquelle. Das PFOF-Verbot hat die Geschäftsmodelle der Broker verschoben; die Aufsichtspraxis entwickelt sich weiter, daher lohnt ein regelmäßiger Blick in die Preisverzeichnisse. Eine Empfehlung für einen bestimmten Handelsplatz oder Anbieter geben wir bewusst nicht: Sie hängt von deinem Ordervolumen, deinem Papier und deinem Broker ab.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Börsenhandel und Direkthandel?
Beim Börsenhandel an Xetra treffen die Orders vieler Marktteilnehmer in einem Orderbuch aufeinander. Im Direkthandel stellt ein Market Maker die Kurse und ist dein Gegenüber. Direkthandel bietet oft lange Zeiten und niedrige Gebühren, der Preis hängt aber von der Kursstellung des Market Makers ab.
Wann kann ich ETFs in Deutschland handeln?
Nach Angabe der Deutschen Börse läuft der Xetra-Handel montags bis freitags von 8:00 bis 22:00 Uhr, gettex nennt 7:30 bis 23:00 Uhr für ETFs und Tradegate 7:30 bis 22:00 Uhr. An Feiertagen und bei einzelnen Produkten gelten abweichende Zeiten, die du im jeweiligen Handelskalender prüfen solltest.
Was ist der Spread und warum ist er wichtig?
Der Spread ist die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs. Beim Kauf zahlst du den Briefkurs, beim Verkauf bekommst du den Geldkurs. Bei unverändertem Markt verlierst du die Spanne und damit eine Kostenposition, die nirgends als Gebühr ausgewiesen wird.
Ist Handeln ohne Ordergebühr wirklich kostenlos?
Nicht unbedingt. Gebührenfrei heißt nur, dass keine ausgewiesene Provision berechnet wird. Der Market Maker verdient an der Spanne, und der Broker kann an Zinsen, Abos oder eigenen Systemen verdienen. Entscheidend ist die Summe aus Gebühr und Spread.
Warum sollte ich ein Limit setzen?
Ein Limit begrenzt den Preis, den du maximal zahlst oder mindestens erhältst. Bei weitem Spread oder in ruhigen Marktphasen schützt es vor einer teuren Ausführung. Dafür gibt es keine Garantie, dass die Order ausgeführt wird.
Was bedeutet Best Execution?
Best Execution bezeichnet die Pflicht des Brokers, Kundenorders bestmöglich auszuführen. Bei Privatkunden zählt nach § 82 WpHG das Gesamtentgelt aus Preis und Kosten. Die Details stehen in den Ausführungsgrundsätzen des Brokers.
Was hat das PFOF-Verbot für meine Order geändert?
Seit dem 1. Juli 2026 dürfen deutsche Broker für inländische Kunden keine Zahlungen Dritter mehr für die Weiterleitung von Orders annehmen. Das Ausführungsmodell kann sich dadurch je nach Broker unterscheiden, etwa durch eigene Handelsplätze oder neue Ordertypen. Informiere dich in den aktuellen Konditionen deines Brokers.
Welche Quellen sind für Handelszeiten verlässlich?
Am verlässlichsten sind die Handelskalender und Regelwerke der Handelsplätze selbst. Ratgeber und Foren sind oft veraltet, weil Zeiten zuletzt mehrfach verlängert wurden. Auch dieser Artikel gibt nur den Stand der genannten Quellen wieder.